Ein neues Führungsgesicht, eine strategische Neuausrichtung und eine Aktie, die seit Jahresbeginn acht Prozent an Wert verloren hat. Bei Freenet steht eine entscheidende Woche an. In den kommenden Tagen stehen mit der Hauptversammlung und den Zahlen zum ersten Quartal 2026 zwei wichtige Termine im Kalender. CEO Robin Harries muss beweisen, dass sein Kurs greift.
Analysten bleiben auf Distanz
Die Stimmung am Markt zeigt sich derzeit verhalten. Unter Analysten dominiert im Schnitt eine Verkaufsempfehlung. Von fünf jüngsten Voten rät lediglich eine Stimme zum Kauf.
An der Börse spiegelt sich diese Zurückhaltung wider. Die Freenet-Aktie pendelt aktuell um die Marke von 27,36 Euro. Damit notiert das Papier fast ein Fünftel unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Februar. Der Kurs bewegt sich nah an seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Fokus auf Waipu.tv und Glasfaser
Operativ steht das Unternehmen vor einem Umbruch. Seit knapp einem Jahr leitet Robin Harries den Konzern. Er löste den langjährigen Vorstandschef Christoph Vilanek ab. Unter der neuen Führung rücken Festnetzdienste und mögliche Partnerschaften im Glasfasersegment in den Vordergrund.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Internet-TV-Angebot waipu.tv. Dieses Segment soll im laufenden Jahr den größten relativen Ergebnisbeitrag liefern. Für das erste Quartal rechnen Experten hier mit einem Umsatz von 58,7 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) der Sparte wird auf 8,6 Millionen Euro geschätzt.
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Die Erwartungen an das Kerngeschäft
Im klassischen Mobilfunkgeschäft rechnen Marktbeobachter mit Erlösen von gut 650 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA in diesem Bereich dürfte bei knapp 94 Millionen Euro liegen.
Auf Konzernebene wird der Freitag Aufschluss über die tatsächliche Geschäftsentwicklung geben. Der Terminkalender der kommenden Tage liefert die Eckpunkte:
- 13. Mai 2026: Ordentliche Hauptversammlung im CCH Hamburg
- 15. Mai 2026: Q1-Zahlen und Conference Call
Die anstehenden Veröffentlichungen treffen auf einen skeptischen Markt. Harries und sein Managementteam müssen am Freitag liefern, um die Analysten von der strategischen Neuausrichtung zu überzeugen. Verfehlt das operative Konzern-EBITDA die Konsensschätzung von knapp 120 Millionen Euro, dürfte der Druck auf die Aktie weiter zunehmen.
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