Mehr Flugbewegungen, mehr Lärm für bestimmte Regionen — und nun auch juristische Drohungen: Das neue Betriebskonzept für den Frankfurter Flughafen entwickelt sich zum handfesten Konflikt zwischen Fraport und den Anrainerkommunen.
Was Fraport plant
Das Konzept sieht vor, Abflüge von der Center-Bahn häufiger als bisher in Richtung Nordwesten — also Richtung Taunus — zu lenken. Fraport begründet dies mit dem prognostizierten Anstieg der Flugbewegungen: Ohne Anpassung des Betriebsablaufs sei ein sicherer Luftverkehr künftig nicht mehr zu gewährleisten. Andernorts soll die Belastung im Gegenzug sinken, besonders betroffen wären hingegen Flörsheim und Hattersheim-Eddersheim.
Kommunen drängen auf verbindliche Regeln
Die Fluglärmkommission (FLK) erkennt die Überarbeitung des Konzepts grundsätzlich an — Fraport hatte es zuletzt um Lärmschutzmaßnahmen ergänzt. Allerdings reicht das den Kommunen nicht. Kernforderung: Eine Lärmpause für Nordwestabflüge soll verbindlich zwischen 5 und 8 Uhr gelten, nicht nur — wie bislang vorgesehen — zwischen 6 und 8 Uhr auf freiwilliger Basis. Ferner verlangen die Kommunen, dass Nordweststarts grundsätzlich auf das absolut notwendige Minimum beschränkt werden.
FLK-Vorsitzender Paul-Gerhard Weiß spricht von einem Vertrauensbruch: Fraport habe Zusagen aus der Zeit des Flughafenausbaus nicht eingehalten. Die Gemeinden Flörsheim, Hattersheim und Hochheim prüfen nun juristische Schritte — unterstützt von Wiesbaden, Mainz und dem Main-Taunus-Kreis.
Kurs reagiert kaum
Für den Aktienkurs ist das Thema bislang kein Beweggrund. Das Papier notierte am Mittwoch bei rund 67,20 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Kein Wunder — operative Risiken durch den Lärmstreit sind kurzfristig überschaubar, das Konzept selbst lässt sich laut FLK-Vorsitzendem Weiß ohnehin nicht stoppen.
Entscheidend wird, ob die Kommunen ihre angekündigten Klagen tatsächlich einreichen und ob Gerichte Auflagen durchsetzen, die Fraports Handlungsspielraum beim Betrieb einschränken. Bis dahin bleibt das neue Betriebskonzept auf Kurs.
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