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Fluence Energy Aktie: 22,71-Prozent-Crash nach Q3-Schock

Fluence Energy verfehlt Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich und senkt die Jahresprognose. Verzögerungen bei Projekten belasten die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie bricht vorbörslich um 22,7% ein
  • Umsatz verfehlt Markterwartungen deutlich
  • Jahresprognose wegen Projektverzögerungen gesenkt
  • Rekordauftragsbestand von 6,4 Mrd. US-Dollar

Der US-Energiespeicherspezialist Fluence Energy erlebt am heutigen Donnerstag einen massiven Kursrutsch, nachdem das Unternehmen enttäuschende Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt und seine Jahresprognose erheblich korrigiert hat. Im vorbörslichen Handel büßt die Aktie -22,71 % an Wert ein und notiert bei 9,77 €. Der Markt reagiert damit unmittelbar auf eine Kombination aus verfehlten Umsatzzielen und operativen Verzögerungen, die wichtige Projekte in das kommende Geschäftsjahr verschieben.

Einbruch bei Umsatz und Marge im dritten Quartal

Das Unternehmen verzeichnete für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 649,8 Millionen US-Dollar. Damit blieb Fluence Energy deutlich hinter den Erwartungen zurück, da der Marktkonsens im Vorfeld von Erlösen in Höhe von 806,2 Millionen US-Dollar ausgegangen war. Wie aus Unternehmensangaben hervorgeht, verschlechterte sich zudem die Profitabilität drastisch: Die Bruttomarge nach GAAP fiel auf 5,1 %, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 14,8 % gelegen hatte.

Diese Entwicklung schlug sich auch im Nettoergebnis nieder. Medienberichten zufolge verbuchte Fluence Energy einen verwässerten Verlust je Aktie von 0,24 US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 0,01 US-Dollar ausgewiesen. Damit wurden auch die Schätzungen der Analysten verfehlt, die im Schnitt mit einem leichten Plus von 0,02 US-Dollar je Aktie gerechnet hatten.

Projektverzögerungen führen zu drastischer Prognosesenkung

Hauptgrund für die schwachen Zahlen und den gesenkten Ausblick sind Verzögerungen in der Fertigung und Bauausführung. Laut Management führten Produktionsverzögerungen in einer neuen internationalen Anlage sowie bauliche Verzögerungen an einem neuen US-Standort in Houston dazu, dass Lieferungen im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar erst im Geschäftsjahr 2027 realisiert werden können. Dies belastet die kurzfristige Bilanz massiv und sorgt dafür, dass das Vertrauen der Anleger spürbar leidet. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier bereits ein Minus von -42,70 %.

In der Folge passte Fluence Energy die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 nach unten an. Der erwartete Jahresumsatz wird nun in einer Spanne von 2,9 bis 3,1 Milliarden US-Dollar gesehen, nachdem zuvor 3,2 bis 3,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Noch deutlicher fiel die Korrektur beim bereinigten EBITDA aus: Statt der bisher prognostizierten 40 bis 60 Millionen US-Dollar rechnet das Unternehmen nun lediglich mit einem Ergebnis zwischen -30 und 10 Millionen US-Dollar.

Rekordauftragsbestand und Fokus auf Rechenzentren

Trotz der operativen Rückschläge im abgelaufenen Quartal verwies das Management in einer heute Morgen durchgeführten Telefonkonferenz auf eine weiterhin starke Nachfrage. Der vertraglich vereinbarte Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2026 einen Rekordwert von rund 6,4 Milliarden US-Dollar. Allein im dritten Quartal belief sich der Auftragseingang auf 1,44 Milliarden US-Dollar, was nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert von 508,8 Millionen US-Dollar entspricht.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Rechenzentren. Bis Juli 2026 sicherte sich Fluence Energy in diesem Segment Aufträge im Volumen von rund 850 Millionen US-Dollar. Darunter befindet sich ein Auftrag eines Hyperscalers über 550 Millionen US-Dollar sowie die erste große Order im Bereich der netzhintergeschalteten Speichersysteme (Behind-the-Meter). Zudem wurde das Unternehmen im Juli von S&P Global Energy zum zweiten Mal in Folge als „Tier 1“-Anbieter für Energiespeicher eingestuft, wobei die Bankfähigkeit und die Fertigungsqualität hervorgehoben wurden. Auch Großprojekte wie die Lieferung des in den USA produzierten Smartstack-Systems für das Rexford-2-Projekt von Avantus in Kalifornien mit einer Kapazität von 800 MWh unterstreichen die langfristige Projektpipeline bis ins Jahr 2028.

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Diskussion zu Fluence Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.