Fiserv ordnet sein Geschäft grundlegend neu. Der US-Finanzdienstleister trennt sich von Randbereichen und setzt künftig voll auf künstliche Intelligenz. CEO Mike Lyons will den Konzern so effizienter und profitabler machen.
Fiserv verkauft seine Sparte für Bildungs-Lösungen an Infinite Computer Solutions. Das Segment verwaltete bisher unter anderem Studienkredite. Parallel dazu gliedert das Unternehmen seine Geldautomaten-Dienste und die Bargeld-Logistik aus. Diese fließen in ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit Bridgeport Partners.
Bridgeport übernimmt dabei die operative Führung. Dies umfasst auch das bekannte MoneyPass-Netzwerk. Lyons prüft derzeit alle Unternehmensteile auf ihre Rentabilität. Weitere Verkäufe von Vermögenswerten sind ausdrücklich möglich.
Kahlschlag bei IT-Systemen
Der Konzern reduziert seine technische Komplexität massiv. Die Anzahl der genutzten Plattformen soll von 16 auf nur noch fünf sinken. Diese Konsolidierung bildet das Fundament für die One-Fiserv-Strategie. Sie soll digitale Software-Angebote und KI-Infrastruktur bündeln.
Ein zentraler Baustein ist die Zusammenarbeit mit OpenAI. Gemeinsam haben die Partner agentOS gestartet. Die Plattform ermöglicht Banken den Einsatz spezialisierter KI-Agenten. Damit will Fiserv seine Position als technologischer Vorreiter im Finanzsektor festigen.
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Schwaches Quartal als Auslöser
Der Umbau kommt nicht ohne Grund. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz nach GAAP-Standard um zwei Prozent. Das organische Wachstum ging um vier Prozent zurück.
Besonders deutlich fiel das Minus beim bereinigten Gewinn je Aktie aus. Dieser sank im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent.
Für die Jahre 2026 bis 2029 setzt sich Fiserv nun ehrgeizige Ziele. Das organische Umsatzwachstum soll jährlich um vier bis sechs Prozent zulegen. Die operative Marge soll die Marke von 37 Prozent übertreffen. Beim Gewinn je Aktie strebt der Konzern einen Wert von über 12 US-Dollar an.
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