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First Solar- vs. Enphase Energy-Aktie: Wer gewinnt das Solar-Duell 2026?

First Solar's 2026 outlook disappoints despite record 2025 sales, while Enphase Energy shows fundamental strength with a strong Q4 beat and analyst upgrades.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • First Solar's 2026 revenue guidance of $4.9-5.2B fell nearly $1B short of Wall Street expectations, causing its stock to plunge over 18%.
  • Enphase Energy posted Q4 EPS of $0.71, beating estimates of $0.43, and maintained a strong adjusted gross margin of 46.1% despite tariff impacts.
  • First Solar's 2026 profitability heavily relies on ~$2.1B in Section 45X tax credits, while facing potential underutilization costs at international sites.
  • Enphase generated $37.8M in free cash flow and holds $1.51B in liquidity, demonstrating financial resilience compared to First Solar's volatile outlook.

Die Solarbranche durchlebt gerade eine massive Neuordnung – und zwingt Anleger, ihre Portfolios grundlegend zu überdenken. Innerhalb weniger Tage haben sich die Vorzeichen für zwei der wichtigsten Akteure der Branche komplett gedreht. Während der eine Konzern mit einem schmerzhaften Realitätscheck kämpft, startet der andere ein fulminantes Comeback nach monatelanger Durststrecke.

Was in den vergangenen 48 Stunden passiert ist, verändert die Investmentthese für beide Papiere fundamental. Ein echtes Schwergewichts-Duell entfaltet sich auf dem Börsenparkett.

Der Schock: First Solar enttäuscht trotz Rekordumsatz

Am 24. und 25. Februar 2026 lieferte First Solar einen Paukenschlag – allerdings keinen positiven. Trotz eines Rekordjahresumsatzes von 5,2 Milliarden Dollar für 2025 fiel der Ausblick auf 2026 erschreckend verhalten aus. Das Management prognostizierte Erlöse zwischen 4,9 und 5,2 Milliarden Dollar – fast eine Milliarde unter den Erwartungen der Wall Street.

Die Quittung folgte prompt: Die Aktie stürzte um mehr als 18 Prozent ab und vernichtete Milliarden an Börsenwert. Der Kurs rutschte in Richtung der 210-Dollar-Marke.

Ganz anders die Lage bei Enphase Energy. Nach einem überraschend starken vierten Quartal erhielt die Aktie am 25. Februar zusätzlichen Rückenwind durch aggressive Analysten-Hochstufungen. Während First Solar unter dem eigenen Ausblick zusammenbrach, hielt sich Enphase stabil bei rund 49 Dollar – nach einer beeindruckenden Rallye von 38 Prozent.

Wer hat die besseren Karten?

Ein Blick unter die Motorhaube beider Solarriesen offenbart fundamentale Unterschiede.

First Solar dominierte 2025 unbestritten. Im vierten Quartal meldete der Konzern Umsätze von 1,68 Milliarden Dollar – ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch genau hier liegt die Achillesferse: Die extreme Abhängigkeit von staatlichen Subventionen. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit 2,1 bis 2,19 Milliarden Dollar allein aus Section-45X-Steuergutschriften. Ohne diese Förderung würde das operative Ergebnis ins Negative rutschen – besonders wenn man die geschätzten Unterauslastungskosten von 115 bis 155 Millionen Dollar an internationalen Standorten einrechnet.

Enphase Energy dagegen beweist fundamentale Widerstandskraft. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im vierten Quartal bei 0,71 Dollar – weit über den erwarteten 0,43 Dollar. Trotz Zöllen, die rund 5,1 Prozentpunkte von der Marge abknabberten, hielt Enphase eine beeindruckende bereinigte Bruttomarge von 46,1 Prozent. Dazu kommen 37,8 Millionen Dollar freier Cashflow und ein komfortables Liquiditätspolster von 1,51 Milliarden Dollar.

KennzahlFirst SolarEnphase Energy
KernmarktGroßanlagen (Dünnschicht-Solar)Wohngebäude (Mikrowechselrichter)
Q4 2025 Gewinn je Aktie4,84 $ (unter Konsens von 5,19 $)0,71 $ (über Konsens von 0,43 $)
Umsatzausblick 2026Verhalten (4,9–5,2 Mrd. $)Erholung (270–300 Mio. $ allein in Q1)
Jüngste KursentwicklungZweistelliger EinbruchZweistellige Rallye
BruttomargeVolumengetriebenHochmargig (ca. 46 %)

Wüste gegen Hausdach: Zwei völlig verschiedene Welten

Der Vergleich dieser beiden Aktien ist im Kern ein Kampf um die richtige Positionierung. First Solar beherrscht die Wüste, Enphase regiert das Dach.

First Solar ist Amerikas unangefochtener Champion für Großprojekte im Solarsektor. Die proprietäre Dünnschicht-Technologie auf Cadmiumtellurid-Basis verschafft dem Unternehmen einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Silizium-Konkurrenten. Doch die schiere Größe der Projekte macht First Solar anfällig für Infrastruktur-Engpässe, Netzanschluss-Verzögerungen und komplizierte Genehmigungsverfahren.

Enphase Energy verfolgt ein deutlich agileres Geschäftsmodell mit Fokus auf Privathaushalte und Gewerbekunden. Als Pionier der Mikrowechselrichter-Technologie wandelt Enphase Sonnenlicht in sichere, zuverlässige und skalierbare Energie für einzelne Gebäude um. Mit dem Rollout der IQ9-Gewerbeplattform und der fünften Speichergeneration, die für das zweite Halbjahr 2026 erwartet wird, baut das Unternehmen seinen Vorsprung aktiv aus.

Analysten drehen die Vorzeichen um

Die Expertenmeinungen haben sich in den vergangenen 48 Stunden radikal verschoben – und zeichnen ein klares Bild vom Führungswechsel in der Branche.

Für First Solar ist die Stimmung defensiv geworden. BMO Capital Markets stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Market Perform“ herab. Der Grund: Die Reibungsverluste bei Genehmigungen und die massive Lücke zwischen der Unternehmensprognose und den vorherigen Konsensschätzungen. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit rund 12 optisch günstig erscheint, warnen Analysten: Rechnet man die Steuergutschriften heraus, liegt das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA eher bei 20 bis 25.

Bei Enphase Energy hingegen rollt eine Welle der Zuversicht. Jefferies hob die Aktie am 25. Februar von „Halten“ auf „Kaufen“ und schraubte das Kursziel von 42 auf 57 Dollar hoch. RBC Capital zog mit einem Ziel von 54 Dollar nach – gestützt auf die Erwartung, dass Enphase im Gewerbekundensegment mit geschätzten inkrementellen Bruttomargen von 80 Prozent punkten kann.

Chart-Analyse: Gegensätzlicher könnte es nicht sein

Die Kursentwicklung erzählt die ultimative Geschichte von Angebot und Nachfrage – und die technischen Bilder beider Aktien sind derzeit Gegenpole.

First Solar hat einen technischen Zusammenbruch erlitten. Vor dem Quartalsbericht notierte die Aktie noch bei rund 297 Dollar. Der anschließende 18-Prozent-Sturz riss mehrere langfristige gleitende Durchschnitte und hinterließ eine massive Kurslücke im Tageschart. Auf dem aktuellen Niveau um 210 Dollar ist die Aktie technisch überverkauft – was kurzfristige Käufe auslösen könnte. Doch der gesenkte Ausblick schafft eine dichte Widerstandszone: Jeder Erholungsversuch dürfte auf Verkaufsdruck von Anlegern treffen, die bei Einstand aussteigen wollen.

Enphase Energy dagegen zeigt einen lehrbuchmäßigen technischen Ausbruch. Nach einer zähen Konsolidierungsphase sprang die Aktie nach den Quartalszahlen kräftig nach oben – von der 30-Dollar-Region in die hohen 40er und niedrigen 50er. Das Chartbild zeigt eine klassische Momentum-Umkehr mit bullischen Kreuzungen der gleitenden Durchschnitte. Bei einem aktuellen Kurs um 49 Dollar deutet die technische Dynamik auf einen Test der Zone zwischen 57 und 60 Dollar hin.

FaktorFirst SolarEnphase Energy
StärkenMassive US-Produktionskapazität, Rekordumsatz 2025Branchenführende Margen, starker Cashflow
SchwächenHohe Abhängigkeit von SteuergutschriftenEmpfindlichkeit bei Hypothekenzinsen, Zollrisiken
WachstumstreiberIntegration der Oxford-PV-Perowskit-TechnologieIQ9-Rollout, Gen-5-Speicher im zweiten Halbjahr 2026
MakrorisikenGenehmigungsverzögerungen, Infrastruktur-EngpässeAnhaltende Schwäche in Europa

Das Fazit: Turnaround schlägt Übergangsjahr

Die Entscheidung zwischen beiden Aktien hängt von der individuellen Risikobereitschaft ab. Die vergangenen 48 Stunden haben klare Linien gezogen.

First Solar bleibt das Schwergewicht im amerikanischen Großanlagen-Solargeschäft. Für langfristig orientierte Value-Investoren könnte der 18-Prozent-Abschlag irgendwann einen Einstiegspunkt markieren. Doch 2026 wird ein Übergangsjahr voller Reibungsverluste, Unterauslastungskosten und extremer Abhängigkeit von politischen Entscheidungen. Die Wachstumsstory ist vorerst einer strukturellen Neuausrichtung gewichen.

Enphase Energy verkörpert dagegen den klassischen Turnaround-Momentum-Trade. Das Unternehmen hat seinen zyklischen Tiefpunkt bereits durchschritten und liefert dem Markt genau das, was er braucht: Planbarkeit, wachsende Produktlinien und robuste Margen. Mit konkreten Zeichen der Stabilisierung im Wohnungsmarkt und einer Welle von Analysten-Hochstufungen bietet Enphase derzeit den klareren Rückenwind.

Während First Solar 2026 mit politischen Hürden und dem Rückbau ausländischer Produktion kämpfen muss, schaltet Enphase Energy bereits in den nächsten Wachstumszyklus.

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Diskussion zu First Solar

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.