Der Bergbaukonzern First Majestic Silver steht im Fokus bedeutender institutioneller Umschichtungen. Während namhafte Finanzhäuser ihre Beteiligungen massiv ausgebaut haben, trennte sich der Unternehmensgründer von einem Teil seiner Aktien. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Optimierung seines Portfolios durch den Verkauf einer weiteren Mine voran.
Massive Zukäufe durch Großinvestoren
Medienberichten zufolge haben institutionelle Anleger ihre Positionen bei First Majestic Silver gestern deutlich aufgestockt. Die Arrowstreet Capital Limited Partnership erhöhte ihre Beteiligung um 408,1 % auf insgesamt 15.041.912 Aktien. Auch die Bank of America Corp DE baute ihre Position kräftig aus und hält nun 6.082.824 Anteile, was einem Zuwachs von 92,3 % entspricht.
Im Gegensatz zu diesen Käufen veräußerte der Unternehmensgründer Keith Neumeyer am Montag Aktien im Wert von rund 690.000 kanadischen Dollar. Bei einem Durchschnittspreis von 25,87 kanadischen Dollar reduzierte er seinen Anteil damit um etwa 0,6 %.
Diese Bewegungen am Kapitalmarkt folgen auf die Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Das Unternehmen verzeichnete einen Umsatzsprung von 57,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 415,5 Millionen US-Dollar. Dennoch blieb das Ergebnis je Aktie mit 0,21 US-Dollar hinter den Konsensschätzungen der Analysten zurück, die im Vorfeld mit 0,25 US-Dollar gerechnet hatten.
Die Produktion belief sich im selben Zeitraum auf 3,8 Millionen Unzen Silber und 34.660 Unzen Gold. Getrieben wurde diese Entwicklung durch Rekordwerte bei der Erzverarbeitung in den Minen La Encantada und Santa Elena. Die Integration der von Gatos Silver erworbenen Mine Los Gatos trug dazu bei, dass der Treasury-Bestand zum 30. Juni auf 1,25 Milliarden US-Dollar anwuchs.
Strategische Verkäufe und Liquidität
Strategisch setzt First Majestic Silver konsequent auf eine Verschlankung des operativen Geschäfts. Am 30. Juli gab das Unternehmen eine verbindliche Vereinbarung über den Verkauf der zu 100 % im Eigenbesitz befindlichen Silbermine San Martin an Flextronics Supply and Service, eine Tochtergesellschaft von Meridian Capital, bekannt.
Der Kaufpreis für das Objekt liegt bei 90 Millionen US-Dollar, wobei der Abschluss der Transaktion für das vierte Quartal 2026 erwartet wird. Bereits am 19. Juni wurde der Verkauf der Del-Toro-Silbermine abgeschlossen, was im abgelaufenen Quartal zu Wertaufholungen in Höhe von 1,9 Millionen US-Dollar führte.
Kursentwicklung und Analysten-Einschätzungen
Anleger reagierten am heutigen Donnerstag mit Zurückhaltung; das Papier notiert aktuell bei 16,24 € und verzeichnet damit ein Tagesminus von 2,0 %. Trotz dieses Rücksetzers steht über einen Zeitraum von sieben Tagen ein deutliches Plus von 8,3 % zu Buche. Das Management hat für das zweite Quartal zudem eine Dividende von 0,0152 US-Dollar je Aktie angekündigt, was eine deutliche Steigerung gegenüber der Ausschüttung des Vorjahres darstellt.
Die Analysten von H.C. Wainwright bekräftigten am 31. Juli ihre Kaufempfehlung und hoben das Kursziel von 26,00 auf 27,00 US-Dollar an. Die Experten verwiesen dabei auf die jüngsten Quartalszahlen.
Scotiabank erhöhte am 6. August die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 leicht auf 0,91 US-Dollar je Aktie, behielt jedoch die Einstufung „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 22,50 US-Dollar bei. Das Unternehmen verfügt über eine solide Liquiditätsbasis, die neben Barbeständen auch 159,4 Millionen US-Dollar an zweckgebundenen Mitteln umfasst.
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