Der Wasserstoff-Sektor kommt nicht so recht vom Fleck. Während die Technologie in Nischen wie der Schifffahrt erste Fortschritte zeigt, kämpfen spezialisierte Unternehmen wie First Hydrogen an der Börse mit Gegenwind. Die Aktie notiert bei 0,26 Euro und damit 69 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,84 Euro, das vor genau einem Jahr erreicht wurde. Kein Wunder, dass Anleger skeptisch bleiben.
Schifffahrt als Vorreiter
Die technologische Entwicklung gibt durchaus Grund zur Hoffnung. In Großbritannien hat Lloyd’s Register kürzlich die Prince Madog zertifiziert – ein Schulungsschiff, das auf Wasserstoff-Brennstoffzellen umgerüstet wurde. Das Projekt wird durch das UK Clean Maritime Demonstration Competition unterstützt. Auf der Seawork-Konferenz in Southampton diesen Monat standen zudem schwimmende Wasserstoff-Kraftwerke im Fokus, die Häfen dekarbonisieren sollen. Das zeigt: Die Technologie findet Abnehmer.
Doch für First Hydrogen bleibt das vorerst ein ferner Markt. Der RSI von 36,7 deutet auf eine Konsolidierungsphase hin. Die Aktie notiert auf Höhe der 100-Tage-Linie und nur knapp unter der 200-Tage-Linie bei 0,27 Euro. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei fast 50 Prozent – das Papier bleibt ein Zitterpart.
Positiver Jahresstart, trüber Ausblick
Immerhin: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13,1 Prozent zu Buche. Das relativiert die jüngsten Verluste von 7,5 Prozent in der vergangenen Woche und elf Prozent im letzten Monat. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 0,20 Euro aus dem März beträgt immerhin 30 Prozent. Anleger hoffen auf weitere technische Meilensteine, die den Sektor aus der Lethargie reißen.
Bis dahin bleibt First Hydrogen ein Geduldsspiel. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Wasserstoff-Integration in kommerzielle Schifffahrt und Hafenbetriebe genug Dynamik entfaltet, um auch kleinere Spezialisten mitzuziehen.
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