Ferrexpo kämpft an zwei Fronten gleichzeitig ums Überleben. Einerseits fordern die ukrainischen Behörden dreistellige Millionenbeträge von der wichtigsten Tochtergesellschaft. Parallel dazu gehen dem Eisenerz-Spezialisten die liquiden Mittel aus.
Steuerforderung bringt Konzern unter Druck
Die ukrainische Steuerfahndung erhebt schwere Vorwürfe gegen Ferrexpo Poltava Mining. Rund 788 Millionen US-Dollar fordert der Staat nun ein. Hintergrund sind angebliche Verstöße gegen Währungsbeschränkungen seit Beginn des Konflikts in der Ukraine.
Ferrexpo lehnt die Forderungen ab und bereitet Klagen vor. Die rechtliche Auseinandersetzung belastet die ohnehin angespannte Finanzlage des Pellet-Produzenten massiv.
Leere Kassen und stillstehende Minen
Die Folge: Die Produktion ruht. Angriffe auf die Hafeninfrastruktur blockieren den Export über das Meer. Derzeit beliefert der Konzern europäische Kunden nur noch per Schiene aus vorhandenen Lagerbeständen.
Ende Juni betrug der Kassenbestand lediglich 27 Millionen US-Dollar. Der Konzern versucht, blockierte Mehrwertsteuer-Rückerstattungen in Höhe von 90 Millionen Dollar freizubekommen. Diese Gelder hält die Regierung bereits seit März 2025 zurück.
Machtkampf blockiert frisches Kapital
Zur Sicherung des Betriebs benötigt Ferrexpo mindestens 100 Millionen US-Dollar für die nächsten 18 Monate. Ein Machtkampf mit dem Großaktionär Konstantin Schewago blockiert jedoch die nötige Kapitalerhöhung. Schewago hält 49 Prozent der Anteile und knüpft seine Unterstützung an Bedingungen.
Die ukrainischen Behörden fordern eine Reduzierung seines Anteils, bevor sie regulatorische Erleichterungen in Aussicht stellen. Ein Stopp der Blockade ist nicht in Sicht, da Schewago zusätzlich mit Vorwürfen aus einer Bankenpleite von 2015 konfrontiert ist.
Die Zeit für eine Lösung wird extrem knapp. Sollte keine Einigung erfolgen, droht einzelnen Unternehmensteilen die Insolvenz. Die Liquiditätsreserven reichen laut internen Schätzungen nur noch bis Mitte September 2026.
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