Ferrexpo steckt in einer ernsten Lage. Die Aktien des Londoner Eisenerzpellet-Produzenten sind seit dem 1. Mai vom Handel ausgesetzt — und ein Ende ist nicht in Sicht. Kern des Problems: Eine geplante Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar ist gescheitert, bevor sie abgeschlossen werden konnte.
Hauptversammlung ohne Jahresabschluss
Am 29. Juni 2026 findet die Jahreshauptversammlung statt. Die Tagesordnung ist ungewöhnlich dünn. Weil die Kapitalerhöhung nicht zustande kam, konnte Ferrexpo den Jahresabschluss 2025 nicht auf Going-Concern-Basis fertigstellen. Die Frist dafür lief am 30. April ab.
Das bedeutet: Typische Hauptversammlungspunkte wie Abschlussprüfer-Bestellung und Vergütungsbericht fallen komplett weg. Stattdessen beschränkt sich die Agenda auf die Wiederwahl von Direktoren, die Ermächtigung zum Aktienrückkauf und eine Verfahrensfrage zur Einberufung künftiger Versammlungen. Ferrexpo will eine separate Aktionärsversammlung einberufen, sobald der Jahresabschluss vorliegt.
Außerdem verlässt ein langjähriges Boardmitglied das Unternehmen. Vitalii Lisovenko, seit über neun Jahren im Aufsichtsgremium, tritt mit Ende der Hauptversammlung zurück.
Kapitalerhöhung gescheitert, Kasse läuft leer
Das eigentliche Problem ist die Finanzierungslücke. Institutionelle Investoren haben zwar unverbindliche Interessensbekundungen über mehr als 100 Millionen Dollar signalisiert. Ihre Bedingungen ließen sich jedoch nicht innerhalb des erforderlichen Zeitrahmens erfüllen.
Hauptaktionär Fevamotinico hält 49,32 Prozent der Anteile und hat seine Unterstützung für die Kapitalerhöhung erklärt. Er will eine unwiderrufliche Stimmrechtszusage abgeben — aber nur, wenn er proportional beteiligt wird und das Volumen 100 Millionen Dollar nicht übersteigt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Ferrexpo?
Erschwerend kommt hinzu, dass Banken und Finanzinstitute dem Unternehmen wegen Bedenken rund um ukrainische Sanktionsvorschriften, Geldwäscheprävention und KYC-Anforderungen keine Finanzierungen bereitstellen wollen.
Liquidität reicht bis Ende August
Die Kassenlage ist eng. Ende März verfügte Ferrexpo über 35 Millionen Dollar Barmittel und eine Nettoliquidität von rund 25 Millionen Dollar. Ohne die bei der MBaer Merchant Bank gebundenen Mittel schrumpft der frei zugängliche Bestand auf 22 Millionen Dollar.
Ferrexpo verkauft das Transhipment-Schiff „Iron Destiny“ für netto 7,7 Millionen Dollar. Mit diesen Erlösen reicht die Liquidität nach eigenen Angaben bis etwa Ende August 2026.
Parallel blockiert die ukrainische Steuerbehörde weiterhin Mehrwertsteuerrückerstattungen. Der ausstehende Betrag beläuft sich auf 90,3 Millionen Dollar — Geld, das dem Unternehmen dringend fehlt.
Betrieb auf Sparflamme
Operativ läuft Ferrexpo auf Minimalkapazität. Nach Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur stellte das Unternehmen im Januar den Betrieb ein. Seit Februar läuft wieder eine Pelletlinie. Das Unternehmen hat Arbeitszeiten reduziert, Beschaffungskosten gesenkt und nicht zwingend notwendige Investitionen gestoppt.
Die letzte gehandelte Kurs lag bei 28,58 Pence — eingefroren seit dem 1. Mai. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate bewegte sich die Aktie zwischen 27,20 und 87,10 Pence. Der Abstand zum Jahreshoch verdeutlicht den Wertverlust. Bis die Kapitalerhöhung steht und der Jahresabschluss veröffentlicht ist, bleibt der Handel ausgesetzt. Der 29. Juni ist der nächste formale Termin — eine Lösung bringt er nicht.
Ferrexpo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ferrexpo-Analyse vom 6. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Ferrexpo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ferrexpo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ferrexpo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
