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Ferrari Aktie: Luce setzt EV-Maßstab

Ferrari präsentiert mit dem Luce sein erstes Elektroauto für über 500.000 Euro. Das Modell zielt auf junge, technikaffine Käufer und öffnet den Zugang zum chinesischen Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erster reiner Elektro-Ferrari vorgestellt
  • Viertürer mit über 1.000 PS Leistung
  • Design-Unterstützung von Jony Ive
  • Strategischer Schritt für China-Markt

Ferrari hat heute in Rom seinen ersten rein elektrischen Serien-Pkw vorgestellt — und damit einen Schritt gewagt, den Rivalen wie Lamborghini und Porsche gerade scheuen.

Der Luce, italienisch für „Licht“, ist kein klassischer Ferrari. Vier Türen, fünf Sitze, 600 Liter Kofferraum. Das Fahrzeug richtet sich an wohlhabende Familien und eine jüngere Käuferschicht, die mit Technologie aufgewachsen ist und weniger an V12-Zylindern hängt. Der Preis liegt bei 550.000 Euro, Auslieferungen beginnen im vierten Quartal 2026.

Ein Ferrari ohne Motorengeräusch?

Technisch lässt der Luce kaum Wünsche offen: vier Elektromotoren — je einer pro Rad —, mehr als 1.000 PS, eine Höchstgeschwindigkeit über 310 km/h und eine Reichweite von über 500 Kilometern. Designed mit Unterstützung von Jony Ives Studio LoveFrom, das der früheren Apple-Designchef mitgegründet hat.

Das Innenraum-Konzept setzt bewusst auf Leder, Glas und eloxiertes Aluminium statt auf reine Touch-Oberflächen — ein Signal gegen den Tesla-Stil. Und weil der Ferrari-Sound zur DNA der Marke gehört, verstärkt ein speziell entwickeltes Audiosystem die natürlichen Vibrationen des Elektroantriebs zu einem eigenständigen akustischen Erlebnis.

Riskantes Timing, strategische Logik

Das Timing ist alles andere als selbstverständlich. Ferrari hat seine eigenen EV-Ambitionen bereits zurückgestutzt: Der Anteil vollelektrischer Modelle am Gesamtportfolio soll bis 2030 nur noch 20 Prozent betragen, nach ursprünglich geplanten 40 Prozent. Ein zweites EV-Modell wurde auf mindestens 2028 verschoben.

Branchenbeobachter sehen den Luce dennoch als strategisch notwendigen Schritt. Chinesische Hersteller definieren gerade neu, was Luxus-Elektromobilität bedeutet — Ferrari müsse das Bild prägen, bevor es andere täten. Hinzu kommt der China-Faktor: Schwere Verbrenner werden dort hoch besteuert, EVs sind längst Mainstream. Für Ferrari öffnet der Luce dort eine Tür, die bisher verschlossen war.

Die eigentliche Wette ist langfristiger Natur. CEO Benedetto Vigna, der das Unternehmen seit 2021 in Richtung Elektrifizierung lenkt, hat in Maranello ein neues „E-Building“ errichtet und die Entwicklung des Luce fünf Jahre vorangetrieben. Der Luce ist kein Volumenprodukt — er ist eine Positionierung. Ob die neue Käuferschicht, die Ferrari damit erreichen will, groß genug ist, um die Marke dauerhaft zu tragen, wird der Auftragseingang in den kommenden Quartalen zeigen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.