Ferrari hebt die Prognose an, verkauft aber weniger Autos. Dass die Aktie dennoch auf den höchsten Stand des Jahres klettert, liegt an einer Kombination aus Preismacht und Personalisierung.
Kleine Anhebung, solide Zahlen
Im dritten Quartal stieg das bereinigte Ebitda um 12 Prozent auf 753 Millionen Euro, etwas mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz legte um 7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn um 13 Prozent auf 431 Millionen Euro.
Für 2026 erwartet der Konzern nun ein bereinigtes Ebitda von mindestens 3 Milliarden Euro, zuvor waren es 2,97 Milliarden. Es ist die zweite Anhebung in Folge, die Erhöhung fällt jedoch gering aus. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie (mindestens 9,85 Euro) und beim industriellen Free Cashflow (bis zu 1,65 Milliarden Euro) schraubt Ferrari die Ziele nach oben.
Als Gründe nennt das Unternehmen stärkere Personalisierungen, geringere Währungsbelastungen und den zweiten Platz in der Formel-1-Wertung.
Weniger Autos, mehr Marge
Die Auslieferungen sanken im Quartal leicht auf 3.368 Fahrzeuge. Vor allem in China, Hongkong und Taiwan brachen die Verkäufe deutlich ein. Über die ersten neun Monate liegt Ferrari 318 Fahrzeuge unter dem Vorjahr, auch in Amerika lieferte der Konzern weniger aus.
RBC-Analyst Tom Narayan sieht die Ergebnisse weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Er hält kurzfristigen Druck auf die Aktie für möglich, weil manche auf eine größere Prognoseanhebung gehofft hatten. Die Gründe für die Schwäche in Asien dürften Anleger interessieren, schrieb er.
Der Markt sah das offenbar zunächst ähnlich: In Mailand fiel das Papier anfangs um mehr als 4 Prozent, drehte dann aber ins Plus. Zuletzt stieg es um bis zu fast 5 Prozent auf 375,60 Euro, das ist der höchste Stand 2026.
Ferrari gegen den Branchentrend
Der Börsenwert wuchs in diesem Jahr um fast ein Fünftel auf 66 Milliarden Euro. Die gesamte Branche tat sich dagegen schwer. Porsche verlor seit Ende 2025 rund 35 Prozent und kommt nur noch auf gut 40 Milliarden Euro Marktwert.
Ferrari profitiert von einer wohlhabenden, wenig preissensiblen Kundschaft und verdient gut an Sonderausstattungen. Konzernchef Benedetto Vigna verweist auf ein Auftragsbuch, das nun bis 2028 reicht. Dieses Jahr kommen noch zwei neue Modelle auf den Markt. Sie dürften zeigen, ob sich die Nachfrage auch jenseits der schwächelnden asiatischen Märkte trägt.
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