Die US-Notenbank Federal Reserve legt eine Zinspause ein. Am Mittwoch beließ das Gremium den Leitzins wie erwartet in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig: Zwei Ratsmitglieder forderten eine sofortige Anhebung, während die Währungshüter vor weiteren Schritten zunächst mehr Daten zur Teuerung abwarten wollen.
Uneinigkeit im Zinsausschuss
Das Votum fiel mit zehn zu zwei Stimmen aus. Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Präsidentin der Cleveland-Fed, Beth Hammack, stimmten gegen das Abwarten und plädierten für einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte. Für Cook bedeutete dies das erste Mal, dass sie bei einem Zinsentscheid von der Mehrheitslinie abwich.
Hintergrund der Diskussion ist die Verfassung der US-Wirtschaft. Die Notenbank stufte ihre Lagebeurteilung von einer soliden auf eine starke Expansion herauf. Nach Einschätzung der Fed bleibt die Investitionstätigkeit robust, während der Zuwachs an Arbeitsplätzen mit dem Arbeitskräfteangebot Schritt hält. Die Arbeitslosenquote zeigte zuletzt kaum Veränderungen.
Anhaltender Preisdruck belastet
Erhöhte Preisrisiken bleiben das bestimmende Thema. Seit Jahren verfehlt die Notenbank ihr Inflationsziel. Aktuell notiert die Teuerungsrate bei 3,7 Prozent und damit klar über der Zielmarke von zwei Prozent.
Hohe Energiekosten stützen das Preisniveau weiter. Der Ölpreis verharrt bei über 100 Dollar je Barrel, was Vorleistungen in Industrie und Logistik verteuert. An den Märkten sorgte die Zinsentscheidung für Zurückhaltung: US-Aktien gaben vorherige Gewinne ab, während die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 5,028 Prozent stieg.
Am Donnerstag legt das Handelsministerium neue Zahlen zur Inflation vor. Die nächste Zinsentscheidung folgt am 8. und 9. Dezember. Am Terminmarkt wird die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt zu diesem Termin bereits mit 99,4 Prozent beziffert.
