Starke Nachfrage, schwache Kurse – beim oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer Facc klaffen operative Pläne und charttechnische Realität aktuell auseinander. Das Unternehmen nimmt hunderte Millionen Euro in die Hand, um die massiven Rückstände der Flugzeugbauer abzuarbeiten. An der Börse überwiegt aktuell allerdings die Vorsicht.
Rutsch unter die Signallinie
Nach einem rasanten Aufstieg legt das Papier eine Pause ein. Auf Wochensicht verlor der Titel rund elf Prozent und notiert derzeit bei 13,06 Euro. Damit kreuzte der Kurs die 50-Tage-Linie bei 13,69 Euro nach unten.
Langfristig bleibt der Trend intakt. Auf Jahressicht steht weiterhin ein Plus von rund 90 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt fällt mit gut 23 Prozent komfortabel aus. Marktbeobachter richten den Blick nun auf die Unterstützung im Bereich der 13-Euro-Marke.
Kapazitätsausbau im Innviertel
Operativ drückt das Management aufs Tempo. Bis zum Jahr 2030 plant CEO Robert Machtlinger globale Investitionen in Höhe von rund 350 Millionen Euro. Der Löwenanteil fließt in den heimischen Standort St. Martin im Innviertel.
Dort entsteht ein hochautomatisiertes Werk für Strukturbauteile. Das 120-Millionen-Euro-Projekt soll die Produktionskapazität für Komponenten wie Höhen- und Querruder verdoppeln. Die Branche zwingt zum Handeln. Weltweit sitzen die großen Flugzeughersteller auf einem Berg von mehr als 17.000 unfertigen Verkehrsflugzeugen.
Margenziele und Quartalszahlen
Parallel dazu greift ein internes Effizienzprogramm. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Führungsebene mit einem deutlichen Umsatzplus. Bis Ende 2027 peilt der Vorstand eine operative Marge von acht bis zehn Prozent an.
Neben dem klassischen Kerngeschäft treibt das Unternehmen auch neue Geschäftsfelder wie Flugtaxis und Raumfahrt voran. Am Finanzmarkt richtet sich der Fokus nun auf den Mai. Dann legt Facc die Ergebnisse für das erste Quartal vor. Diese Zahlen werden belegen, ob die anhaltend hohen Auftragsbestände bereits in messbare operative Gewinne übersetzt wurden.
