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Symbolbild, KI-generiert

EZB hält Leitzins trotz hoher Teuerung bei 2,5 Prozent

Energiebedingter Preisdruck und Konjunkturrisiken prägen die erwartete Zinspause; neue Prognosen zum weiteren Kurs folgen im Dezember.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • September-Inflation steigt auf 3,8 Prozent
  • Kerninflation bleibt zwischen 2,4 und 2,7 Prozent
  • Frankreichs Finanzlage belastet die Märkte
  • EZB-Prognosen zum Zinspfad folgen im Dezember

Die Europäische Zentralbank dürfte ihren Leitzins an diesem Donnerstag bei 2,5 Prozent belassen – trotz spürbar gestiegener Teuerungsraten im Euroraum. Währungshüter und Ökonomen rechnen damit, dass der Rat den Einlagensatz am Nachmittag unverändert bestätigt. Die Notenbank wägt derzeit akute Inflationsrisiken gegen wachsende Gefahren für Konjunktur und Finanzstabilität ab.

Energiepreise treffen auf schwächelnde Konjunktur

Der Preisdruck im Euroraum hat zuletzt wieder deutlich angezogen. Im September kletterte die Inflationsrate auf 3,8 Prozent und liegt damit spürbar über dem offiziellen Ziel der Notenbank von 2,0 Prozent. Getrieben wird dieser Anstieg vor allem durch teurere Energie infolge des Kriegs im Iran. Die Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, verharrte seit Mai in einer Spanne zwischen 2,4 Prozent und 2,7 Prozent.

Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen Investitionen zusätzlich aus. Genau dieser Bremseffekt könnte nun ausreichen, um die Teuerung mittelfristig einzudämmen. Parallel dazu belasten gestiegene langfristige Renditen an den Anleihemärkten die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen und schwächen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.

Politische Spannungen in Paris belasten die Märkte

Ein weiterer Grund für die Zinspause liegt in der angespannten Lage Frankreichs. In der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums haben Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten zu schweren Ausschreitungen geführt. Vor den für April 2027 anstehenden Präsidentschaftswahlen steht die Regierung zudem haushaltspolitisch unter Druck.

Die Aufnahme neuer Kredite an den Finanzmärkten hat sich für den hoch verschuldeten Staat drastisch verteuert. Marktbeobachter rechnen damit, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Mechanismen zur Absicherung der geldpolitischen Wirkung betonen wird. Dazu zählen bestehende Notfallprogramme wie das Instrument zum Schutz der Transmission (TPI) und gezielte Anleihekäufe (OMT), die bislang noch nie aktiviert wurden.

Aufschluss über den künftigen Zinspfad dürften erst die neuen Inflations- und Konjunkturprognosen im Dezember geben. Bis dahin verschafft sich die EZB Zeit, um die Zweitrundeneffekte der Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft präziser einzuschätzen.

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.