Startseite » Dow Jones » Exxon Mobil Aktie: Straße von Hormus im Fokus

Exxon Mobil Aktie: Straße von Hormus im Fokus

Die Eskalation am Persischen Golf treibt den Ölpreis und beschert Exxon satte Zusatzgewinne, während Banken die Kursziele senken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie legt deutlich zu
  • Ölpreis steigt durch Konflikt
  • Banken senken Kursziele
  • Gewinnschub im Upstream-Geschäft

Die Straße von Hormus ist wieder zum Brennpunkt geworden. Iran erklärt die Meerenge für geschlossen, die USA bestreiten das und schlagen militärisch zurück. Für Exxon Mobil bedeutet dieser Konflikt: satte Kursgewinne, aber auch neue Risiken.

Am Montag stieg die Exxon-Aktie um 4,0 Prozent und schloss bei 144,51 Dollar. Am Dienstag ging es weiter nach oben. Der Kurs erreichte laut Robinhood-Daten ein Tageshoch von 145,30 Dollar, nach einem Tagestief von 140,15 Dollar – ein Plus von 3,3 Prozent innerhalb der Session.

Neue Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreis

Der Auslöser liegt im Konflikt zwischen den USA und Iran. Die USA starteten eine neue Welle von Militärschlägen gegen iranische Ziele. Präsident Trump kündigte zudem einen Aufschlag von 20 Prozent auf Frachtgüter an, die die Straße von Hormus durchqueren.

Iran hatte am Wochenende erklärt, die Meerenge sei „bis auf Weiteres“ geschlossen. Das US-Zentralkommando dementierte das umgehend. Diese widersprüchlichen Signale ließen den Ölpreis steigen: Brent kletterte in Richtung 79 Dollar je Barrel, nachdem der Preis in der Vorwoche bereits um 5,4 Prozent zugelegt hatte. West Texas Intermediate notierte bei etwa 74 Dollar.

Die Eskalation kehrt einen jüngeren Preisrückgang um. Dieser war zuvor durch eine Produktionserhöhung der OPEC+ ausgelöst worden. Über die Straße von Hormus laufen normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen – jede Störung dort wirkt sich direkt auf die Preise aus.

Banken kappen Kursziele trotz Gewinnschub

Ausgerechnet jetzt meldet Exxon einen deutlichen Gewinneffekt aus den hohen Ölpreisen. Der Konzern rechnet für das zweite Quartal 2026 mit einem Zusatzgewinn von 3,5 bis 3,9 Milliarden Dollar im Upstream-Geschäft gegenüber dem Vorquartal. Die Gaspreise wirken sich dabei weitgehend neutral aus.

Trotz dieses Rückenwinds senken mehrere große Banken ihre Kursziele. Die Ratings bleiben aber überwiegend positiv:

  • JPMorgan kürzt das Kursziel von 173 auf 158 Dollar, behält aber die Einstufung „Overweight“. Die eigene Gewinnschätzung liegt leicht über dem Konsens und über Exxons eigener Zielspanne.
  • Morgan Stanley senkt das Ziel von 171 auf 168 Dollar, ebenfalls mit „Overweight“-Einstufung. Grund ist eine Neukalibrierung nach den jüngsten Ölpreisrückgängen im Zuge eines US-Iran-Memorandums.
  • TD Cowen reduziert das Ziel von 172 auf 155 Dollar, hält aber an „Buy“ fest. Die Bank sieht Chancen nach dem scharfen Rückgang bei Öl- und Energiewerten, bevorzugt vor den Quartalszahlen aber Shell, Chevron und TotalEnergies.
  • Citi senkt das Ziel von 175 auf 155 Dollar und bleibt „Neutral“ – trotz einer Anhebung der Q2-Gewinnschätzung um 7 Prozent bei gleichzeitiger Kürzung der Cashflow-Prognose 2026 um 4 Prozent.
  • Mizuho kürzt das Ziel von 175 auf 170 Dollar, ebenfalls mit „Neutral“.

Der Analystenkonsens bleibt insgesamt konstruktiv. 14 Kaufempfehlungen stehen 6 Halteempfehlungen gegenüber, keine einzige Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 171,84 Dollar, die Spanne reicht von 154 bis 185 Dollar.

Ungewöhnlich volatile Handelstage

Für Exxon-Verhältnisse ist das aktuelle Geschehen außergewöhnlich. Die Aktie zählt normalerweise nicht zu den volatilen Werten – im vergangenen Jahr gab es nur eine einzige Kursbewegung von mehr als 5 Prozent an einem Tag. Der Markt bewertet die aktuellen Nachrichten offenbar als bedeutsam, auch wenn sich am eigentlichen Geschäftsmodell wenig ändert.

Bereits Anfang des Monats hatte der Kurs auf eine ähnliche Eskalation reagiert. Damals waren mehrere Tanker in der Nähe der Straße von Hormus von Projektilen getroffen worden, was den Ölpreis unmittelbar nach oben trieb.

Blick auf die Quartalszahlen

Vor der Veröffentlichung der Q2-Zahlen wägen Investoren ab, wie nachhaltig der kriegsbedingte Gewinnschub ausfällt. Enge Handelsspannen zwischen 136 und 139 Dollar wichen einem Ausbruch Richtung 143 Dollar, sobald der Markt das Ausmaß der zusätzlichen Öl-Gewinne für das zweite Quartal erkannte.

Das aktuelle Preisumfeld bleibt hochsensibel gegenüber dem weiteren Verlauf des Konflikts und dem Schicksal der Straße von Hormus. Die Aktie bleibt damit in beide Richtungen anfällig für weitere Ausschläge, bis die zweiten Quartalszahlen mehr Klarheit über die tatsächliche Gewinnwirkung liefern.

Anzeige

Exxon Mobil-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Exxon Mobil-Analyse vom 14. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Exxon Mobil-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Exxon Mobil-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Exxon Mobil: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Exxon Mobil

Exxon Mobil Chart