Der Druck auf Evotec nimmt zu. Die Aktie des Hamburger Biotech-Konzerns legte am Dienstag um 2,6 Prozent auf 4,73 Euro zu. Damit setzt sich die Stabilisierung fort, nachdem der Kurs in der Vorwoche die Marke von 4,50 Euro erfolgreich verteidigt hatte. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,02 Euro aus dem März ist das Papier rund 18 Prozent entfernt. Das 52-Wochen-Hoch bei 7,75 Euro bleibt mit knapp 39 Prozent Abstand jedoch in weiter Ferne.
Aktivistischer Investor treibt Abspaltung voran
Im Zentrum steht die US-Tochter Just – Evotec Biologics. Der aktivistische Investor MAK Capital, der rund sieben Prozent der Anteile hält, drängt auf eine Abspaltung oder einen eigenständigen Börsengang dieser Sparte. Seine Einschätzung: Just – Evotec Biologics sei der wertvollste Teil des Konzerns. In der aktuellen Struktur werde das Potenzial nicht vollständig abgebildet.
Parallel prüft Evotec strategische Optionen für das gesamte Portfolio. Die Investmentbanken Morgan Stanley und Moelis & Company begleiten den Prozess. Auf der Hauptversammlung am 11. Juni gab das Management noch keine Entscheidung zur Abspaltung bekannt. Die Erwartungshaltung im Markt ist seither spürbar gestiegen.
Verkaufserlöse polstern die Bilanz
Zur finanziellen Stabilisierung trägt die Desinvestitionsstrategie bei. Evotec erwartet aus dem Verkauf seiner Beteiligung an Tubulis GmbH an Gilead Sciences rund 100 Millionen US-Dollar. Der Abschluss ist für das zweite Quartal 2026 avisiert. Hinzu kommen könnten erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 58 Millionen US-Dollar.
Diese Mittelzuflüsse sind wichtig für das Restrukturierungsprogramm „Horizon“. Evotec will die Kostenbasis bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro senken. Geplant sind Standortschließungen und Stellenabbau.
Der RSI liegt bei 45,7 – neutraler Raum für weitere Erholungen. Entscheidend bleibt der Zeitplan für die strategische Prüfung. Marktteilnehmer hoffen auf konkretere Informationen im Laufe des Sommers.
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