Bei Evotec formiert sich massiver Widerstand gegen den bisherigen strategischen Kurs. Der aktivistische Großaktionär MAK Capital erhöht den Druck auf das Management und fordert einen radikalen Schnitt: Die profitable US-Tochter Just Biologics soll an die Börse gebracht werden. Parallel dazu spült ein lukrativer Unternehmensverkauf unerwartet hohe Millionenbeträge in die Kassen des Hamburger Wirkstoffforschers.
Hinter der Forderung steht handfester Frust über die Wertentwicklung. MAK Capital, die nach eigenen Angaben rund 7,0 Prozent der Anteile halten, begründen ihren Vorstoß mit dem massiven Wertverlust der vergangenen Jahre. Ein Blick auf die aktuellen Kursdaten unterstreicht diese Unzufriedenheit: Mit einem Freitagsschlusskurs von 4,53 Euro verzeichnet das Papier allein seit Jahresbeginn ein Minus von über 18 Prozent. Ein Listing der in Seattle ansässigen Biologics-Einheit an der US-Börse könnte nach Einschätzung des Investors eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro erzielen. Dies soll frisches Kapital für weiteres Wachstum generieren und die Investorenbasis deutlich verbreitern.
Zwei Welten unter einem Dach
Die Abspaltungsfantasie wird durch die jüngsten operativen Zahlen gestützt. Innerhalb des Konzerns klafft eine deutliche Lücke zwischen den Geschäftsbereichen. Während das traditionelle Kerngeschäft der Wirkstoffforschung zuletzt einen Umsatzrückgang von 13,5 Prozent verzeichnete, entwickelte sich Just Biologics zum alleinigen Wachstumsmotor. Das Segment steigerte seine Erlöse um 39 Prozent auf 259,4 Millionen Euro und ist aktuell der einzige profitable Bereich. Um die Verluste im Kerngeschäft einzudämmen, hat das Management bereits das Restrukturierungsprogramm „Horizon“ initiiert, das den Abbau von rund 800 Stellen und die Reduzierung von 14 auf 10 Standorte vorsieht.
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Unerwarteter Geldregen
Unabhängig von der Aktionärsdebatte profitiert das Unternehmen aktuell von seinem Beteiligungsportfolio. Der Verkauf der Tubulis GmbH an den US-Pharmariesen Gilead Sciences bringt Evotec einen signifikanten Liquiditätszufluss. Die finanziellen Eckdaten der Transaktion, die im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll, umfassen:
- Vorabzahlung an Evotec: rund 100 Millionen US-Dollar
- Gesamtvolumen der Übernahme: 3,15 Milliarden US-Dollar in bar
- Zusätzliche Meilensteinzahlungen für Evotec: bis zu 58 Millionen US-Dollar
Der Wirkstoffforscher hielt zuletzt einen Anteil von 3,14 Prozent an Tubulis und verbucht damit die bereits vierte erfolgreiche Monetarisierung aus seinen Investments.
Die kommenden Monate erfordern nun klare strategische Entscheidungen. Für das laufende Jahr 2026 plant das Management mit Gruppenerlösen von 700 bis 780 Millionen Euro und erwartet im zweiten Halbjahr erste messbare Entlastungen durch das Sparprogramm in Höhe von rund 75 Millionen Euro. Ein zentrales Datum für die zukünftige Ausrichtung ist die Hauptversammlung im Juni 2026. Dort soll der Branchenveteran Dieter Weinand als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt werden und sich voraussichtlich auch zu den personellen und strukturellen Forderungen von MAK Capital positionieren müssen.
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