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Evotec Aktie: Discovery-Geschäft wächst um 28 Prozent

Evotec-Aktie steht nach 30% Kursverlust vor richtungsweisendem August. Analysten sehen Potenzial, operative Verluste und Sparprogramm prägen das Bild.

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch von über 30 Prozent
  • Analysten sehen 56 Prozent Potenzial
  • Operatives Minus von bis zu 105 Millionen
  • Sparprogramm „Horizon“ als Rettungsanker

Evotec kämpft gegen den Abwärtstrend. Nach einem Kursrutsch von über 30 Prozent innerhalb eines Monats notiert das Papier gefährlich nahe am Jahrestief. Nun hofft der Markt auf den August als Monat der Entscheidung.

Analysten hoffen auf Forschungsstärke

Trotz der Krise bleiben Marktbeobachter auffallend optimistisch. Im Schnitt taxieren Experten das Kursziel auf 5,40 Euro. Das entspricht einem theoretischen Aufschlag von rund 56 Prozent zum aktuellen Niveau. Die Fachleute setzen darauf, dass die Forschungsstärke des Hamburger Biotech-Konzerns trotz der bilanziellen Schieflage erhalten bleibt.

Am kommenden Donnerstag wird ein neuer Analysten-Konsensus erwartet. Er dürfte zeigen, wie tief das Vertrauen nach der jüngsten Prognosesenkung tatsächlich noch sitzt. Parallel dazu bleibt die Meinung im Markt gespalten: Drei von vier Experten raten derzeit dazu, die Aktie lediglich zu halten.

Rote Zahlen belasten das Kerngeschäft

Die operativen Fakten zeichnen ein schwieriges Bild. Für 2026 rechnet das Management mit einem bereinigten EBITDA zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro. Das operative Ergebnis rutscht damit tief in die Verlustzone. Ein wesentlicher Grund dafür war die drastische Senkung der Jahresziele im Juli.

Ein Lichtblick zeigt sich derweil im Basisgeschäft. Die Nettoverkäufe im Bereich Discovery & Preclinical Development stiegen im ersten Halbjahr um 28 Prozent. Das deutet darauf hin, dass die Kundenbindung trotz der Turbulenzen funktioniert. Auch die Tochter Just – Evotec Biologics meldet weiterhin eine hohe Auslastung ihrer Kapazitäten.

Kostensenkung als Rettungsanker

Evotec stützt sich aktuell auf ein Liquiditätspolster von rund 465 Millionen Euro. Dieses Kapital dient als Puffer für das Transformationsprogramm „Horizon“. Damit will der Vorstand die Kostenbasis bis Ende 2027 um jährlich 75 Millionen Euro senken. Das Ziel ist eine schlankere und effizientere Organisation.

Bereits für dieses Jahr sind Einsparungen von bis zu 30 Prozent des angestrebten Zielwerts fest eingeplant. Ob dieser Plan in der Realität greift, müssen die detaillierten Halbjahreszahlen Mitte August beweisen. Die Veröffentlichung dieser geprüften Daten gilt als die nächste harte Hürde für das Management.

Charttechnik signalisiert Extremsituation

Charttechnisch ist die Aktie massiv überverkauft. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 27,1 — ein Wert, der statistisch oft eine Gegenbewegung einleitet. Anleger fokussieren sich in der neuen Woche vor allem auf die Marke von 3,50 Euro.

Ein Ausbruch über dieses Niveau könnte den Verkaufsdruck vorerst bremsen. Fällt der Kurs hingegen unter das Juli-Tief von 3,19 Euro, droht eine Ausweitung der Talfahrt. Die echten Antworten zur finanziellen Stabilität liefert der vollständige Geschäftsbericht in zwei Wochen.

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