Während der Jahresbericht am 8. April näher rückt, zeigt sich bei Evotec ein ungewöhnliches Bild: Die Analysten liegen meilenweit auseinander, Shortseller stocken ihre Positionen auf, und die eigene Prognose für 2026 enttäuscht deutlich. Die Aktie notiert rund 47 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch — und der Markt wartet auf Antworten.
Zahlen mit Licht und Schatten
Die vorläufigen Ergebnisse für 2025 liefern ein gemischtes Bild. Der Konzernumsatz erreichte rund 788 Millionen Euro — am oberen Ende der eigenen Prognose. Das bereinigte EBITDA kletterte auf etwa 41 Millionen Euro, nach 22,6 Millionen im Vorjahr, und übertraf damit die Analystenerwartungen von rund 27,7 Millionen Euro deutlich.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich jedoch gegenläufige Entwicklungen. Das Kerngeschäft Drug Discovery & Platform Development schrumpfte um 13 Prozent und schrieb operativ rote Zahlen. Gegengewicht liefert die Biologics-Sparte: Just – Evotec Biologics erzielte voraussichtlich 259 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von rund 40 Prozent, und trug etwa 53 Millionen Euro zum bereinigten EBITDA bei.
Die 2026-Guidance als eigentlicher Belastungsfaktor
Für das laufende Jahr erwartet Evotec einen Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro — also weniger als 2025. Das bereinigte EBITDA soll bestenfalls 40 Millionen Euro erreichen, während Analysten zuvor über 80 Millionen Euro angesetzt hatten. Diese Lücke erklärt die anhaltende Zurückhaltung am Markt besser als jede Kursbewegung.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?
Das Restrukturierungsprogramm „Horizon“ soll langfristig Abhilfe schaffen: Evotec reduziert sein globales Netzwerk auf zehn Standorte, streicht bis zu 800 Stellen und rechnet mit jährlichen Einsparungen von rund 75 Millionen Euro. Die Cash-Aufwendungen dafür belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro zwischen 2026 und 2028, erste positive operative Effekte erwartet das Unternehmen ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Zusätzlichen Spielraum verschafft der Verkauf des Biologics-Standorts in Toulouse an Sandoz: Der Deal bringt rund 350 Millionen US-Dollar in bar sowie potenziell mehr als 300 Millionen US-Dollar aus Lizenz- und Meilensteinzahlungen.
Analysten und Shortseller — ein gespaltenes Lager
Berenberg und RBC Capital Markets sehen Potenzial in der schlankeren Zukunftsstruktur und geben jeweils ein Kursziel von 10 Euro aus. Die Deutsche Bank bleibt mit einem Ziel von 6 Euro deutlich konservativer. Parallel erhöhte AHL Partners LLP ihre Netto-Leerverkaufsposition Anfang März auf 0,91 Prozent; Arrowstreet Capital und Systematica Investments halten weitere Positionen von 0,50 beziehungsweise 0,60 Prozent.
Der Jahresbericht am 8. April wird erstmals vollständige Zahlen zum „Horizon“-Programm liefern und daran gemessen werden, wie überzeugend Evotec den Fortschritt des Kostenabbaus und die Dynamik im Biologics-Geschäft darstellt. Ein erstes Update zur Entwicklung im laufenden Jahr folgt mit dem Q1-Trading-Update für Anfang Mai.
Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 26. März liefert die Antwort:
Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
