Evotec drückt beim Konzernumbau massiv aufs Tempo. Bis Ende 2027 verschwindet fast die Hälfte aller ursprünglichen Standorte von der globalen Landkarte. Das Management setzt alles auf das neue „Horizon“-Programm, um die Profitabilität zu retten.
Schrumpfkur für Millionen-Ersparnisse
Ursprünglich betrieb der Konzern fast zwanzig Standorte. Aktuell sind davon 14 übrig. Bis Ende 2027 soll das Netzwerk auf nur noch zehn Zentren schrumpfen.
Dieser radikale Schnitt kostet kurzfristig viel Geld. Evotec verbuchte allein im ersten Quartal 75 Millionen Euro für Abfindungen und Wertminderungen. Insgesamt kalkuliert der Vorstand mit Transformationskosten von rund 100 Millionen Euro bis 2028.
Parallel dazu verfolgt CEO Christian Wojczewski ein klares Ziel: Er will die jährlichen Kosten bis Ende 2027 um 75 Millionen Euro senken. Die Bündelung der Expertise in spezialisierten Exzellenzzentren soll die Margen in der präklinischen Entwicklung absichern.
Operativer Druck im Übergangsjahr
Bisher spiegeln die nackten Zahlen den Erfolg noch nicht wider. Der Umsatz sank zum Jahresstart auf 156,6 Millionen Euro. Dennoch hält die Konzernführung an ihrer Prognose für das Gesamtjahr fest.
Evotec peilt für 2026 Erlöse zwischen 700 und 780 Millionen Euro an. Das Management deklariert das aktuelle Jahr als Übergangsphase. Marktbeobachter warten nun auf Belege für eine höhere Auslastung der Plattformen im zweiten Halbjahr.
Die Aktie notiert derzeit bei 5,14 Euro. Damit hat sich das Papier zwar deutlich vom Jahrestief bei 4,02 Euro erholt. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Bilanz mit einem Minus von 28 Prozent jedoch tiefrot.
Ein wichtiger Indikator für den Fortschritt der Strategie folgt in wenigen Wochen. Im August 2026 veröffentlicht Evotec den Halbjahresbericht. Dann müssen vor allem das bereinigte EBITDA und die Cashflow-Entwicklung liefern.
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