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Evonik Aktie: Verkauf treibt Bewertung

Evoniks Portfolio-Umbau durch den Verkauf von Syneqt und Oxeno könnte verborgene Werte freisetzen. Analysten sehen Chancen für eine Neubewertung der Aktie und bestätigen ihre positive Einschätzung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verkauf von Infrastruktursparte Syneqt könnte hohes Multiple erzielen
  • US-Zölle bieten Evonik potenziellen Wettbewerbsvorteil
  • Kostensenkungsprogramm soll 400 Millionen Euro einsparen
  • Wichtige Termine: Quartalszahlen und Hauptversammlung im Mai/Juni

Der Spezialchemiekonzern Evonik sortiert sein Portfolio neu und rückt damit in den Fokus der Analysten. Der geplante Verkauf der Einheiten Syneqt und Oxeno könnte verborgene Werte heben, die in der aktuellen Konglomeratsbewertung untergehen. Nach einer kräftigen Rally von zwölf Prozent seit Ende März liefert dieser strategische Schritt handfeste Argumente für eine Neubewertung.

Versteckte Werte im Infrastrukturgeschäft

Bis 2027 stehen beim Essener Konzern keine Übernahmen auf dem Plan. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Schuldenabbau und der Trennung vom Nicht-Kerngeschäft. Besonders die Einheit Syneqt, welche die Infrastrukturdienstleistungen an den Standorten Marl und Wesseling bündelt, weckt Begehrlichkeiten. Mit einem jährlichen operativen Ergebnis (EBITDA) von rund 200 Millionen Euro stellt die Sparte ein lukratives Asset dar.

Die britische Bank Barclays rechnet vor, dass vergleichbare Infrastruktur-Deals in der Branche zuletzt mit dem Neunfachen des operativen Ergebnisses bewertet wurden. Ein Verkauf könnte demnach ein deutlich höheres Multiple erzielen, als der Gesamtkonzern derzeit am Markt zugestanden bekommt. Entsprechend bestätigt Barclays die Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 17 Euro und hebt die eigene EBITDA-Schätzung für das Jahr 2026 auf 1,89 Milliarden Euro an.

Zollrisiken als unerwarteter Vorteil

Neben dem Portfolio-Umbau navigiert das Management durch ein komplexes handelspolitisches Umfeld. US-Zölle sorgten zum Wochenauftakt branchenweit für Gewinnmitnahmen. Interim-CFO Claus Rettig verweist auf Rückstellungen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich aufgrund der angespannten Lage. CEO Christian Kullmann interpretiert die Situation langfristig jedoch als strategischen Vorteil. Da Evonik rund 80 Prozent der in den USA verkauften Produkte lokal produziert, könnten neue Zölle chinesische Wettbewerber benachteiligen und Evonik zusätzliche Marktanteile sichern.

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Parallel dazu schreitet das interne Sparprogramm voran. Bis Ende 2026 sollen die Kosten um 400 Millionen Euro sinken und 2.000 Stellen abgebaut werden. Das dadurch und durch die ab 2026 geltende neue Dividendenpolitik freigewordene Kapital fließt in den Schuldenabbau sowie in asiatische Wachstumsmärkte.

Konkrete Wegmarken

Ob die erhoffte operative Stärke bereits im aktuellen Zahlenwerk sichtbar wird, klärt sich in Kürze. Für Anleger rücken nun folgende Termine in den Vordergrund:

  • 8. Mai 2026: Veröffentlichung der Quartalszahlen (Q1 2026)
  • 3. Juni 2026: Virtuelle Hauptversammlung in Essen
  • 3. Juni 2026: Abstimmung über die Dividende von 1,00 Euro je Aktie

Der Zwischenbericht am 8. Mai muss belegen, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen und die Jahresprognose für das operative Ergebnis von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro untermauern. Zudem steht auf der Hauptversammlung im Juni die Neubesetzung des seit vergangenem September vakanten CFO-Postens auf der Agenda. Diese Personalie wird die künftige Ausrichtung der Kapitalallokation maßgeblich definieren.

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