Für Evonik entscheidet nicht allein der gebotene Preis über eine mögliche Übernahme durch BASF. Die Schlüsselrolle liegt bei der RAG-Stiftung als Haupteigentümerin. Darauf verweist die Süddeutsche Zeitung heute. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob BASF neben finanziellen Anreizen auch bei Beschäftigung und Standorten genügend Zustimmung gewinnen kann.
Zustimmung bleibt die entscheidende Hürde
Evonik hatte die niedrigere Erstofferte im September zurückgewiesen und ist dem Bericht zufolge bislang nicht zu Gesprächen bereit. BASF hat sein Angebot zuvor erhöht. Eine Einigung folgt daraus allerdings nicht: Die ablehnende Haltung Evoniks und die Entscheidung der RAG-Stiftung bleiben eigenständige Hürden.
Medienberichten zufolge soll die erhöhte Offerte bei 24 € je Evonik-Aktie liegen. Diese Angabe ist als berichteter Angebotspreis zu verstehen, nicht als bestätigter Abschluss einer Transaktion.
Die Unterscheidung ist für Aktionäre wesentlich. Ein höherer Preis kann die finanziellen Anreize verändern. Er beantwortet aber weder die Frage nach der Gesprächsbereitschaft noch jene nach der Zustimmung des Haupteigentümers. Der Übernahmeversuch bleibt damit von Entscheidungen abhängig, die über die Bewertung der Aktie hinausreichen.
Beschäftigung und Standorte als Verhandlungsthemen
BASF-Chef Markus Kamieth versucht zugleich, Bedenken von Politik und Beschäftigten auszuräumen. In einem am Donnerstag veröffentlichten BASF-Video erklärte er, bestehende Standortvereinbarungen von Evonik übernehmen zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens 2032 ausgeschlossen werden.
Außerdem sollen Tarifverträge und Mitbestimmung bestehen bleiben. Mindestens eine Funktion auf Vorstandsebene soll in Essen beziehungsweise Nordrhein-Westfalen verbleiben. BASF will auch die Chemieparks Marl und Wesseling weiterbetreiben.
Diese Aussagen richten den Blick auf die Ausgestaltung eines möglichen Zusammenschlusses. Für die Beurteilung des Vorhabens zählen damit nicht nur Kaufpreis und Eigentümerentscheidung, sondern auch die angekündigten Bedingungen für Beschäftigte und Standorte. Die Zusagen ersetzen jedoch keine Zustimmung Evoniks oder der RAG-Stiftung.
BASF setzt seinerseits eine Grenze
Kamieth erklärte außerdem, BASF sei zu Gesprächen bereit, werde einen Zusammenschluss aber nicht „um jeden Preis“ verfolgen. Damit steht der Bereitschaft zu Verhandlungen ausdrücklich eine Grenze gegenüber.
Für Evonik-Anleger ergibt sich daraus eine klare Einordnung: Die Übernahmeperspektive hängt an mehreren Bedingungen zugleich. Entscheidend sind die Haltung der RAG-Stiftung, Evoniks Gesprächsbereitschaft und die Frage, ob beide Seiten bei Preis und Rahmenbedingungen zusammenfinden. Die berichtete höhere Offerte allein löst diesen Interessenausgleich nicht.
Stand heute, 25. Oktober: Evonik – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Evonik investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 25. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
