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Evonik Aktie: Stiftung hält den Schlüssel!

Neben dem berichteten Angebotspreis von 24 Euro sind Eigentümerzustimmung, Gesprächsbereitschaft und Bedingungen für Beschäftigte entscheidend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • RAG-Stiftung bleibt zentrale Entscheidungsinstanz
  • Evonik ist bislang nicht gesprächsbereit
  • BASF sagt Kündigungsschutz bis 2032 zu
  • Standorte Marl und Wesseling sollen weiterlaufen

Für Evonik entscheidet nicht allein der gebotene Preis über eine mögliche Übernahme durch BASF. Die Schlüsselrolle liegt bei der RAG-Stiftung als Haupteigentümerin. Darauf verweist die Süddeutsche Zeitung heute. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob BASF neben finanziellen Anreizen auch bei Beschäftigung und Standorten genügend Zustimmung gewinnen kann.

Zustimmung bleibt die entscheidende Hürde

Evonik hatte die niedrigere Erstofferte im September zurückgewiesen und ist dem Bericht zufolge bislang nicht zu Gesprächen bereit. BASF hat sein Angebot zuvor erhöht. Eine Einigung folgt daraus allerdings nicht: Die ablehnende Haltung Evoniks und die Entscheidung der RAG-Stiftung bleiben eigenständige Hürden.

Medienberichten zufolge soll die erhöhte Offerte bei 24 € je Evonik-Aktie liegen. Diese Angabe ist als berichteter Angebotspreis zu verstehen, nicht als bestätigter Abschluss einer Transaktion.

Die Unterscheidung ist für Aktionäre wesentlich. Ein höherer Preis kann die finanziellen Anreize verändern. Er beantwortet aber weder die Frage nach der Gesprächsbereitschaft noch jene nach der Zustimmung des Haupteigentümers. Der Übernahmeversuch bleibt damit von Entscheidungen abhängig, die über die Bewertung der Aktie hinausreichen.

Beschäftigung und Standorte als Verhandlungsthemen

BASF-Chef Markus Kamieth versucht zugleich, Bedenken von Politik und Beschäftigten auszuräumen. In einem am Donnerstag veröffentlichten BASF-Video erklärte er, bestehende Standortvereinbarungen von Evonik übernehmen zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens 2032 ausgeschlossen werden.

Außerdem sollen Tarifverträge und Mitbestimmung bestehen bleiben. Mindestens eine Funktion auf Vorstandsebene soll in Essen beziehungsweise Nordrhein-Westfalen verbleiben. BASF will auch die Chemieparks Marl und Wesseling weiterbetreiben.

Diese Aussagen richten den Blick auf die Ausgestaltung eines möglichen Zusammenschlusses. Für die Beurteilung des Vorhabens zählen damit nicht nur Kaufpreis und Eigentümerentscheidung, sondern auch die angekündigten Bedingungen für Beschäftigte und Standorte. Die Zusagen ersetzen jedoch keine Zustimmung Evoniks oder der RAG-Stiftung.

BASF setzt seinerseits eine Grenze

Kamieth erklärte außerdem, BASF sei zu Gesprächen bereit, werde einen Zusammenschluss aber nicht „um jeden Preis“ verfolgen. Damit steht der Bereitschaft zu Verhandlungen ausdrücklich eine Grenze gegenüber.

Für Evonik-Anleger ergibt sich daraus eine klare Einordnung: Die Übernahmeperspektive hängt an mehreren Bedingungen zugleich. Entscheidend sind die Haltung der RAG-Stiftung, Evoniks Gesprächsbereitschaft und die Frage, ob beide Seiten bei Preis und Rahmenbedingungen zusammenfinden. Die berichtete höhere Offerte allein löst diesen Interessenausgleich nicht.

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Diskussion zu Evonik

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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