Evonik bietet BASF einen vertraulichen Austausch an, lehnt Verhandlungen über das verbesserte Übernahmeangebot aber ab. Diese Unterscheidung prägt die heutige Erklärung des Vorstands: Gespräche sollen rein informativen Charakter haben.
Am Ziel, Evonik als eigenständiges Unternehmen weiterzuentwickeln, hält das Führungsgremium ausdrücklich fest. Für Anleger ist das Gesprächsangebot deshalb nicht mit einer Bereitschaft zu Übernahmeverhandlungen gleichzusetzen.
Informationsaustausch ist keine Verhandlung
Die Erklärung verbindet eine klare Absage mit einem begrenzten Gesprächsangebot. Evonik verweigert damit nicht jeden Kontakt zu BASF. Der Vorstand zieht jedoch eine Grenze zwischen dem Austausch von Informationen und Verhandlungen über die freiwillige öffentliche Offerte.
Diese Abgrenzung ist für die Bewertung der Übernahmesituation entscheidend. Aus der Bereitschaft zu einem vertraulichen Gespräch lässt sich weder eine Zustimmung zum Angebot noch eine Annäherung bei den Übernahmebedingungen ableiten. Die erklärte strategische Richtung bleibt die eigenständige Entwicklung.
Am Markt überwog zunächst die negative Reaktion auf die Absage. Nach Angaben von dpa-AFX fiel die Evonik-Aktie nach der Nachricht vorbörslich. Das begrenzte Gesprächsangebot änderte somit zunächst nichts an der negativen Kursreaktion auf die Ablehnung von Verhandlungen.
Höheres Gebot ändert die Haltung nicht
Reuters hatte am 23. Oktober berichtet, BASF habe das Angebot auf 24 Euro je Aktie erhöht. Die Meldung stützte sich auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Unternehmen das erhöhte Gebot nicht bestätigt.
In der heutigen Erklärung bezieht sich Evonik ausdrücklich auf das verbesserte Angebot. Damit steht nicht nur die Frage nach dem Preis im Mittelpunkt. Der Vorstand stellt ihm seinen eigenständigen Entwicklungskurs gegenüber und lehnt Verhandlungen weiterhin ab.
Als Kontext gehört dazu auch eine mögliche eigene Akquisition: Vor gut einer Woche berichtete das Handelsblatt, Evonik prüfe einen größeren Zukauf in den USA und habe Ashland ins Auge gefasst. Eine Übernahmevereinbarung war damit nicht ausgewiesen. Die Prüfung bleibt somit von einer verbindlichen Transaktion zu unterscheiden.
Quartalsmitteilung als nächster Prüfstein
Für den 3. November ist die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 angekündigt. Sie bietet Anlegern den nächsten konkreten Anlass, die operative Entwicklung neben der Übernahmedebatte zu beurteilen.
Bis dahin ist die Position des Vorstands klar umrissen: Evonik will eigenständig bleiben, verweigert Übernahmeverhandlungen und lässt lediglich einen vertraulichen Informationsaustausch zu. Die heutige Erklärung öffnet damit einen Kommunikationskanal, aber keinen Verhandlungsprozess.
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