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Evonik Aktie: Innovationsschub ohne Wirkung

Der Essener Chemiekonzern präsentiert neue Produkte für Kreislaufwirtschaft und Spezialchemie, doch die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief und bleibt in einem klaren Bärenmarkt gefangen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Polyamid aus recycelten Brillengläsern vorgestellt
  • Aktienkurs hängt nur knapp über dem 52-Wochen-Tief
  • Technische Analyse signalisiert intakten Abwärtstrend
  • Schwieriges Branchenumfeld belastet gesamten Chemiesektor

Evonik meldet neue Produkte für Kreislaufwirtschaft und Spezialchemie, doch an der Börse spiegelt sich davon kaum etwas wider. Der Kurs hängt nahe am 52‑Wochen-Tief, während der übergeordnete Abwärtstrend intakt bleibt. Wie groß ist die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Marktstimmung?

Innovationen mit Recycling-Fokus

Inmitten eines schwierigen Marktumfelds setzt der Essener Spezialchemiekonzern neue Akzente in Richtung Nachhaltigkeit. Am Wochenende wurde der Marktstart von TROGAMID® R bekannt, einem transparenten Polyamid, das aus recycelten Kunststoffen gewonnen wird.

Der Werkstoff entsteht aus industriellen Abfällen der Brillenproduktion, konkret aus Sonnenbrillenlinsen. Kooperationspartner ist das italienische Unternehmen Poliplastic SRL. Erste Anwendungen gibt es bereits: TROGAMID® R wird in den Kollektionen „Nylo Zero Milano“ und „Nylo Zero Roma“ eingesetzt.

Parallel hat Evonik das Portfolio in der vergangenen Woche mit TEGO® Dispers 695 erweitert, einem neuen Additiv für strahlenhärtende Tinten. Beide Produkte unterstreichen den Fokus auf Spezialchemie und nachhaltige Lösungen, entfalten aber bislang kaum sichtbare Effekte auf die Bewertung an der Börse.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Schlusskurs Freitag: 13,23 €
  • Veränderung 30 Tage: -14,16 %
  • Veränderung 12 Monate: -26,01 %
  • 52‑Wochen-Hoch: 22,26 € (Abstand rund -41 %)
  • 52‑Wochen-Tief: 12,62 € (Abstand rund +5 %)
  • RSI (14 Tage): 15,8 (tief überverkauft)

Charttechnik: Klarer Bärenmarkt

Die Kursentwicklung zeichnet ein deutlich schwächeres Bild als die jüngsten Produktmeldungen. Mit rund 26 % Minus auf Sicht von zwölf Monaten zählt der Titel zu den Verlierern im Sektor. Der Kurs liegt nur wenige Prozent über dem 52‑Wochen-Tief und deutlich unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 15,93 € – ein klassisches Signal für einen etablierten Abwärtstrend.

Auch aus technischer Sicht fehlt bislang ein überzeugendes Gegenmomentum. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 15,8 im deutlich überverkauften Bereich, was statistisch zwar eine Erholung begünstigen könnte, bislang aber nicht zu einer spürbaren Trendumkehr geführt hat. Im Vergleich zu den mittelfristigen Durchschnitten (50 und 100 Tage) notiert die Aktie nur leicht darunter, was eher auf eine Seitwärtsphase auf niedrigem Niveau innerhalb des Bärenmarktes hindeutet.

Sektorbelastung als Bremsklotz

Das Umfeld für deutsche Chemieunternehmen bleibt schwierig. Die Branche leidet unter anhaltendem Margendruck und rückläufigen Umsätzen – im Schnitt rund 9 % pro Jahr über die vergangenen drei Jahre. Diese strukturellen Probleme drücken auf die Ertragskraft und damit auf die Bewertung vieler Titel.

Für den Gesamtsektor werden zwar langfristig wieder steigende Gewinne erwartet, aktuell signalisiert die Sektorbewertung mit einem negativen KGV jedoch eine ausgeprägte Ertragsschwäche. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass neue Produktinitiativen einzelner Unternehmen kurzfristig in der allgemeinen Skepsis untergehen.

Fazit: Fortschritt ohne Kurssignal

Operativ setzt Evonik mit TROGAMID® R und TEGO® Dispers 695 klare Akzente in Spezialchemie und Kreislaufwirtschaft. An der Börse dominiert jedoch weiterhin das schwache Sektorumfeld kombiniert mit einem intakten Abwärtstrend. Solange der Kursbereich knapp über dem 52‑Wochen-Tief nicht mit überzeugender Dynamik nach oben verlassen wird und sich die Ertragserwartungen für die deutsche Chemie nicht erholen, bleibt die Aktie technisch im Bärenmarkt verankert.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.