Startseite » Chemie » Evonik Aktie: Härtetest für den Sparkurs
Symbolbild, KI-generiert

Evonik Aktie: Härtetest für den Sparkurs

Evonik steht vor einem Zielkonflikt zwischen ambitioniertem Sparprogramm und hohen Tarifforderungen, während Analysten eine strukturelle Wende bei Methionin-Preisen und Kostenvorteile sehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sparprogramm kollidiert mit Tarifverhandlungen
  • Barclays stuft Aktie auf 'Overweight' hoch
  • Steigende Methionin-Preise bieten Rückenwind
  • Vorteilhafte Energieabsicherung sichert Kostenvorteil

Ausgerechnet mitten im laufenden Konzernumbau sieht sich Evonik mit harten Tarifforderungen konfrontiert. Während das Management ein ehrgeiziges Sparprogramm durchpeitscht, verhandeln die Gewerkschaften aktuell in Bad Breisig über deutliche Lohnzuschläge. Dieser Konflikt um die zukünftige Kostenbasis trifft auf ein Unternehmen, das operativ gerade erste Lichtblicke verzeichnet.

Das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ soll bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro einbringen. Der Löwenanteil davon entfällt auf den Abbau von weltweit 2.000 Stellen. Genau hier kollidiert der Sparkurs mit der dritten Verhandlungsrunde der Chemieindustrie. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwache Branchenkonjunktur und hohe Energiekosten. Die Gewerkschaft IGBCE pocht hingegen auf Lohnsteigerungen oberhalb der Inflationsrate. Jeder gewonnene Prozentpunkt der Arbeitnehmerseite schmälert direkt die angestrebten Einsparungseffekte des Konzerns.

Rückenwind durch Preiswende

Abseits des Verhandlungstisches erhalten Anleger jedoch positive Signale. Die britische Investmentbank Barclays stufte das Papier kürzlich auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel auf 17 Euro an. Analysten begründen diesen Optimismus mit einer strukturellen Wende am Markt für die Aminosäure Methionin. Geopolitische Spannungen setzen asiatische Produzenten unter Druck, wodurch globale Abnehmer auf andere Quellen ausweichen. Die Folge sind steigende Spotpreise in China und Europa.

Zusätzlich profitiert Evonik von einer vorteilhaften Energieabsicherung. Rund 80 Prozent des Bedarfs sind über Vorabverträge fixiert, was dem Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld einen spürbaren Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz sichert. An der Börse wird diese Mischungslage aus hartem Umbau und operativer Erholung moderat positiv aufgenommen. Mit einem Plus von gut sieben Prozent seit Jahresbeginn notiert das Papier aktuell bei 14,35 Euro.

Klare Termine im Frühjahr

Wie dringend der Konzern seine Profitabilität steigern muss, belegen die jüngsten Jahreszahlen. Mit einer Kapitalrendite (ROCE) von 6,1 Prozent im Jahr 2025 hinkt Evonik dem mittelfristigen Zielwert von 11 Prozent deutlich hinterher.

Die kommenden Monate liefern konkrete Daten zur weiteren Entwicklung. Am 8. Mai präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal und gewährt Einblicke in die aktuelle Nachfrageentwicklung. Spätestens zur Hauptversammlung am 3. Juni soll zudem der seit September unbesetzte Posten des Finanzvorstands neu besetzt werden. Auf diesem Treffen stimmen die Aktionäre auch über die geplante Übergangsdividende von 1,00 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr ab.

Anzeige

Stand heute, 27. September: Evonik – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Evonik investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Evonik: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Evonik

Redaktion Kapitalmarktexperten

Unter „Redaktion Kapitalmarktexperten“ erscheinen Beiträge, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Themenauswahl, Quellen und die redaktionellen Regeln verantwortet die Redaktion; verantwortlich im Sinne des § 18 Abs. 2 MStV ist Dr. Robert Sasse. Hinweise und Korrekturen: kapitalmarktexperten.de/korrekturen/