Ausgerechnet mitten im laufenden Konzernumbau sieht sich Evonik mit harten Tarifforderungen konfrontiert. Während das Management ein ehrgeiziges Sparprogramm durchpeitscht, verhandeln die Gewerkschaften aktuell in Bad Breisig über deutliche Lohnzuschläge. Dieser Konflikt um die zukünftige Kostenbasis trifft auf ein Unternehmen, das operativ gerade erste Lichtblicke verzeichnet.
Das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ soll bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro einbringen. Der Löwenanteil davon entfällt auf den Abbau von weltweit 2.000 Stellen. Genau hier kollidiert der Sparkurs mit der dritten Verhandlungsrunde der Chemieindustrie. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwache Branchenkonjunktur und hohe Energiekosten. Die Gewerkschaft IGBCE pocht hingegen auf Lohnsteigerungen oberhalb der Inflationsrate. Jeder gewonnene Prozentpunkt der Arbeitnehmerseite schmälert direkt die angestrebten Einsparungseffekte des Konzerns.
Rückenwind durch Preiswende
Abseits des Verhandlungstisches erhalten Anleger jedoch positive Signale. Die britische Investmentbank Barclays stufte das Papier kürzlich auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel auf 17 Euro an. Analysten begründen diesen Optimismus mit einer strukturellen Wende am Markt für die Aminosäure Methionin. Geopolitische Spannungen setzen asiatische Produzenten unter Druck, wodurch globale Abnehmer auf andere Quellen ausweichen. Die Folge sind steigende Spotpreise in China und Europa.
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Zusätzlich profitiert Evonik von einer vorteilhaften Energieabsicherung. Rund 80 Prozent des Bedarfs sind über Vorabverträge fixiert, was dem Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld einen spürbaren Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz sichert. An der Börse wird diese Mischungslage aus hartem Umbau und operativer Erholung moderat positiv aufgenommen. Mit einem Plus von gut sieben Prozent seit Jahresbeginn notiert das Papier aktuell bei 14,35 Euro.
Klare Termine im Frühjahr
Wie dringend der Konzern seine Profitabilität steigern muss, belegen die jüngsten Jahreszahlen. Mit einer Kapitalrendite (ROCE) von 6,1 Prozent im Jahr 2025 hinkt Evonik dem mittelfristigen Zielwert von 11 Prozent deutlich hinterher.
Die kommenden Monate liefern konkrete Daten zur weiteren Entwicklung. Am 8. Mai präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal und gewährt Einblicke in die aktuelle Nachfrageentwicklung. Spätestens zur Hauptversammlung am 3. Juni soll zudem der seit September unbesetzte Posten des Finanzvorstands neu besetzt werden. Auf diesem Treffen stimmen die Aktionäre auch über die geplante Übergangsdividende von 1,00 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr ab.
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