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Symbolbild, KI-generiert

Evonik Aktie: Führungslücke im Umbau

Evonik sucht einen Finanzvorstand, während gleichzeitig ein umfangreiches Sparprogramm, Tarifverhandlungen und eine neue Dividendenpolitik anstehen. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshöchststand.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Finanzvorstandsposten seit September 2025 unbesetzt
  • Effizienzprogramm strebt 400 Millionen Euro Einsparungen an
  • Neue Dividendenpolitik ab 2026 tritt in Kraft
  • Aktie gewinnt acht Prozent in einer Woche

Seit September 2025 hat Evonik keinen permanenten Finanzvorstand — und das ausgerechnet in einer Phase, in der Kostenstrategie, Dividendenpolitik und laufende Tarifverhandlungen gleichzeitig auf dem Tisch liegen. Vorstandschef Christian Kullmann leitet das Finanzressort kommissarisch, bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 soll ein Nachfolger berufen werden.

Drei Baustellen, eine offene Stelle

Das Effizienzprogramm Evonik Tailor Made (ETM) läuft weiter. Bis zu 2.000 Stellen sollen abgebaut werden, rund 80 Prozent der angestrebten 400 Millionen Euro Jahreseinsparungen kommen aus dem Personalbereich. Parallel dazu steckt die Branche mitten in der Chemie-Tarifrunde: Die dritte Verhandlungsrunde zwischen IGBCE und BAVC fand am 24. und 25. März statt — die ersten beiden Runden blieben ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft fordert Lohnsteigerungen oberhalb der Inflationsrate, die Arbeitgeberseite beharrt auf Zurückhaltung.

Das ist kein rein politisches Tauziehen. Höhere Tarifkosten würden direkt den bereinigten Nettogewinn belasten — und der dient ab 2026 als Berechnungsbasis für die neue Dividendenpolitik. Evonik plant künftig eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent dieses Gewinns. Für 2025 schlägt der Vorstand noch eine Übergangsdividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nach zuletzt 1,17 Euro. Bei einem Kurs von rund 15,28 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von etwa 7 Prozent.

Operative Basis und nächste Wegmarken

Die Ausgangslage ist solide, aber nicht komfortabel. Das bereinigte EBITDA 2025 erreichte mit 1,87 Milliarden Euro knapp die eigene Prognose. Für 2026 erwartet Evonik einen Wert zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro — eine breite Spanne, die die bestehenden Unsicherheiten widerspiegelt. Die Kapitalrendite (ROCE) lag 2025 bei 6,1 Prozent, mittelfristig peilt der Konzern 11 Prozent an.

Die Aktie hat in den vergangenen sieben Tagen rund 8 Prozent zugelegt, notiert aber noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch. Drei Ereignisse werden den Kurs in den nächsten Wochen maßgeblich beeinflussen: die Q1-Quartalsmitteilung am 8. Mai, das Ergebnis der Chemie-Tarifrunde und die Entscheidung über die Finanzvorstand-Nachfolge auf der Hauptversammlung am 3. Juni.

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