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Evonik Aktie: Berenberg hebt auf 20,00 Euro an

BASF bot 22,15 Euro je Evonik-Aktie; die RAG-Stiftung legte sich nicht fest, während der Quartalsbericht am 3. November folgt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Evonik wies 22,15-Euro-Offerte zurück
  • RAG-Stiftung vermied eine Festlegung
  • Berenberg und Parmantier empfehlen Halten
  • Recyclingprojekt in Japan gestartet

Die Debatte um ein mögliches Übernahmeangebot durch den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF bestimmt das Geschehen rund um Evonik. Während die operative Transformation voranschreitet, blicken Investoren vor allem auf die Haltung der Kernaktionäre und die bevorstehenden Geschäftszahlen.

RAG-Stiftung und Politik im Fokus

Im Zentrum der Spekulationen steht die Reaktion der maßgeblichen Anteilseigner. Das Kuratorium der RAG-Stiftung ließ sich Medienberichten zufolge vom Stiftungsvorstand über das Übernahmeinteresse von BASF informieren, vermied dabei aber eine Festlegung und verwies auf die Vorstände der beiden Unternehmen.

Laut dpa-AFX hatte BASF in einem ersten Vorstoß 22,15 Euro je Aktie geboten, was bei Evonik als unzureichend zurückgewiesen wurde. Zwar hielten mit dem Vorgang vertraute Personen eine Aufstockung der Offerte für möglich, BASF machte weitere Gespräche über einen höheren Preis jedoch von einer vorherigen Einsicht in die Bücher abhängig.

Widerstand regte sich unterdessen auf politischer Ebene. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sprach sich im Düsseldorfer Landtag gegen eine Übernahme durch den Branchennachbarn aus und betonte den Erhalt von Beschäftigung sowie Industriestandorten. Wie die Landesregierung ein Zusammengehen praktisch verhindern könnte, blieb dabei offen.

Analysten sehen Bewertungspolster

Am Kapitalmarkt hat das Übernahmeszenario dem Spezialchemiekonzern deutlichen Auftrieb verliehen. Mit einem Schlusskurs von 21,32 Euro liegt das Papier nur 2,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro.

Das Interesse des Rivalen beeinflusst auch die Einschätzungen der Experten. Am 5. Oktober stufte die Privatbank Berenberg die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hoch und passte das Kursziel von 15,50 auf 20,00 Euro an.

Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt mit der möglichen BASF-Offerte, die der Notierung selbst bei sinkenden Methionin-Preisen eine verlässliche Untergrenze bieten könne. Am 6. Oktober sprach sich auch das Analysehaus Parmantier & Cie. für eine Halte-Position aus und setzte das Kursziel auf 20,50 Euro fest.

Operativer Ausblick und Quartalszahlen

Abseits der M&A-Gerüchte treibt Evonik das operative Geschäft weiter voran. Am Dienstag startete das Essener Unternehmen gemeinsam mit Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical Industries eine Initiative in Japan. Die drei Partner evaluieren ein chemisches Recyclingverfahren für Polyurethanschaum, bei dem Evonik seine Hydrolysetechnologie einbringt, um Polyole und Amine zurückzugewinnen.

Klarheit über den fundamentalen Zustand des Konzerns erwarten Anleger in wenigen Wochen: Am 3. November 2026 veröffentlicht Evonik laut Finanzkalender den Zwischenbericht für das dritte Quartal. Die Ergebnisse dürften zeigen, inwieweit die operative Ertragskraft die Bewertung auch ohne Übernahmeprämie rechtfertigt.

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Diskussion zu Evonik

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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