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Evonik Aktie: Abweisung von BASF-Angebot bestätigt

Der Chemiekonzern verweigert BASF Einblick in seine Bücher; RAG-Stiftung und Gewerkschaft äußern ebenfalls Vorbehalte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BASF bot rund 22,15 Euro je Aktie
  • Evonik verweigerte Zugang zu Konzernunterlagen
  • RAG-Stiftung hält knapp 44 Prozent
  • IGBCE verlangt Investitionszusagen für Standorte

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik stemmt sich gegen die Übernahmepläne von BASF. Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die Financial Times gestern berichteten, wies die Unternehmensführung den Vorstoß des Ludwigshafener Rivalen ab. Die gebotenen rund 22,15 Euro je Aktie seien schlicht unzureichend für weiterführende Gespräche.

Evonik verweigerte BASF folglich den Zugang zu den Konzernbüchern und lehnte formelle Verhandlungen ab. Der DAX-Konzern aus Ludwigshafen hatte am Freitag zwar eine unverbindliche Kontaktaufnahme eingeräumt, ließ die Konditionen und den genauen Fortgang der Sondierungen jedoch unkommentiert.

Das Angebot implizierte einen Aufschlag von fast 29 Prozent auf den Aktienkurs vor dem Aufkommen der ersten Übernahmespekulationen. Insgesamt bewertete BASF das Eigenkapital des MDAX-Konzerns damit mit rund 10,3 Milliarden Euro.

Die prompte Absage unterstreicht die beträchtliche Bewertungslücke zwischen beiden Parteien. Branchenkenner sehen in einem Zusammenschluss zwar theoretische Größenvorteile, verweisen zugleich jedoch auf erhebliche Umsetzungs- und Integrationsrisiken auf beiden Seiten.

Am Aktienmarkt sorgte das Tauziehen für spürbaren Auftrieb. Die Evonik-Aktie legte gestern um 2,0 Prozent zu und beendete den Handel bei 19,88 Euro. Damit schloss das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,00 Euro.

Analysten warnen vor Risiken bei Verhandlungsstopp

Die DZ Bank stuft die Evonik-Aktie nach den jüngsten Entwicklungen weiterhin mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 22 Euro ein. Die Experten warnen allerdings vor empfindlichen Kursrücksetzern, sollten die Gespräche zwischen den beiden Chemiekonzernen endgültig scheitern.

Zudem bleiben zentrale Fragen der Transaktion offen. Investoren zweifeln vor allem an der schnellen Hebung von Synergien und sehen die Finanzierung einer solchen Übernahme durch BASF in einem herausfordernden Marktumfeld mit Skepsis.

RAG-Stiftung und Gewerkschaft signalisieren Skepsis

Ein entscheidender Schlüssel für jede Einigung liegt bei der RAG-Stiftung. Die Großaktionärin kontrolliert knapp 44 Prozent der Evonik-Aktien, während Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst im Kuratorium der Stiftung sitzt. Ohne die ausdrückliche Zustimmung dieses Ankeraktionärs ist eine feindliche oder einvernehmliche Übernahme ausgeschlossen.

Deutlichen Gegenwind signalisiert auch die Arbeitnehmerseite. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Chemiegewerkschaft IGBCE, forderte konkrete Perspektiven und feste Investitionszusagen für Standorte und Belegschaften beider Unternehmen.

Vassiliadis betonte, bloße Größe schaffe noch keine Arbeitsplatzsicherheit. Bei beiden Konzernen laufen bereits eigene Sparprogramme, weshalb die Gewerkschaft eine Überlastung der weltweit rund 31.000 Evonik-Mitarbeiter befürchtet.

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