48 Prozent im Plus seit Jahresbeginn — und trotzdem notiert die Eutelsat-Aktie fast 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Diese Schere beschreibt das Dilemma des europäischen Satellitenbetreibers ziemlich genau.
Vertragsgewinne in Lateinamerika
In Mexiko hat Eutelsat diese Woche zwei wichtige Partnerschaften verlängert. Die Broadcaster PCTV und Cadena Tres setzen weiterhin auf die Satellitendienste des Konzerns. Das stabilisiert das klassische Video-Geschäft — auch wenn dieses Segment langfristig schrumpft.
Parallel dazu verteidigte CEO Jean-François Fallacher die Position in Nordamerika. US-Unternehmen und das Verteidigungsministerium fragten weiterhin nach alternativen Satellitenlösungen, so Fallacher. Trotz Lobbyversuchen, ausländischen Betreibern den Marktzugang zu erschweren, halte die Nachfrage an.
Umbau läuft, Schulden sinken
Der Konzern steckt mitten in einer Transformation. Nicht-Video-Erlöse machen inzwischen rund 54 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Ziel: ein reines Konnektivitätsunternehmen werden.
Auf der Finanzseite hat Eutelsat Fortschritte gemacht. Nach der milliardenschweren Kapitalerhöhung Ende 2025 sank die Nettoverschuldung spürbar. Das Management peilt ein Verhältnis von Nettoschuld zu EBITDA von rund 2,7x bis Jahresende an. Die Investitionen fallen ebenfalls: Der Konzern plant, die Brutto-Kapitalausgaben auf etwa 900 Millionen Euro zu senken.
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Technisch überverkauft, fundamental im Umbruch
Der Kurs hat zuletzt deutlich nachgegeben. Mit 2,66 Euro schloss die Aktie am Freitag — ein Minus von knapp 5 Prozent auf Wochensicht. Der RSI liegt bei 16,6. Das signalisiert eine stark überverkaufte Lage.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die nächste Generation des LEO-Konstellationsprogramms verschlingt weiter Kapital. Wie schnell dieses Segment profitabel wird, bleibt offen. Das ist der eigentliche Knackpunkt für die Kursbewertung.
Die Quartalsumsatzzahlen für das dritte Geschäftsquartal werden in den kommenden Wochen erwartet. Bestätigen sie eine stabile Nachfrage in den Bereichen Regierung und Mobilität, könnte das den Kurs — der aktuell knapp über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 2,64 Euro notiert — auf festeres Terrain bringen.
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