Nach einem Wochenanstieg von über 36 Prozent tritt die Eutelsat-Aktie auf die Bremse. Am Mittwoch fiel der Kurs um 3,2 Prozent auf 4,08 Euro — nach einem Intraday-Hoch von 4,21 Euro am Vortag. Eine klassische Konsolidierung nach einem außergewöhnlichen Lauf.
Über drei Monate hat sich der Kurs des Satellitenbetreibers um rund 74 Prozent verteuert. Treiber sind die Neuausrichtung des Unternehmens auf Satellitenkonnektivität im niedrigen Erdorbit (LEO) sowie ein externer Katalysator: Berichte über einen geplanten Börsengang von SpaceX Mitte Mai haben den gesamten europäischen Satellitensektor beflügelt.
Neuer Vertrag mit Anuvu
Am 26. Mai gab Eutelsat einen Mehrjahresvertrag mit Anuvu bekannt. Das Unternehmen bietet Konnektivitätslösungen für die Luftfahrt an und wird künftig Ku-Band-Kapazität auf dem Satelliten EUTELSAT 10B nutzen. Ziel ist die Versorgung einer großen internationalen Fluggesellschaft mit Bordkonnektivität.
Der Satellit ist seit Juli 2023 in Betrieb und verfügt über einen digitalen Prozessor der fünften Generation. Er ermöglicht flexible Kapazitätszuweisung — ein Vorteil für wechselnde Nachfragespitzen. Der Deal zeigt: Eutelsat setzt weiterhin auf geostationäre Satelliten als Teil seiner Multi-Orbit-Architektur, auch wenn LEO die Wachstumsgeschichte der Aktie dominiert.
Zahlen stützen die Story
Das Quartalsergebnis für Q3 2025/2026 lieferte solide Rückendeckung. Der Gesamtumsatz stieg auf 293 Millionen Euro — ein organisches Plus von 3,1 Prozent. Das traditionelle Videosegment schrumpfte um 13,3 Prozent. Konnektivität legte dagegen um 15,3 Prozent zu, LEO-Aktivitäten sogar um 65 Prozent.
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Bewertung: Große Spanne, offene Fragen
Technisch gilt 4,21 Euro als kurzfristige Widerstandsmarke. Der 20-Tage-Durchschnitt liegt bei 3,09 Euro — rund 24 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Das erhöht den Druck für Gewinnmitnahmen.
Bei der Bewertung gehen die Meinungen weit auseinander. Einige DCF-Modelle sehen den fairen Wert bei 7,09 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Niveau. Andere Analysen kommen auf 2,39 Euro — mit Verweis auf den Rückgang im Videosegment und den hohen Kapitalbedarf des LEO-Ausbaus.
Im August 2026 veröffentlicht Eutelsat seine Jahreszahlen für 2025/2026. Dann dürfte sich zeigen, ob das Wachstum im Konnektivitätssegment die strukturellen Belastungen aus dem Videogeschäft dauerhaft kompensieren kann.
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