Die Eutelsat-Aktie schießt heute um über 14 Prozent nach oben. Der Grund: Der europäische Satellitenbetreiber ordert 340 weitere LEO-Satelliten bei Airbus und sichert sich parallel zehn Launch-Verträge mit MaiaSpace. Das Gesamtvolumen der Expansion: 2,2 Milliarden Euro – ohne Startkosten.
440 neue Satelliten von Airbus
Eutelsat hat bei Airbus Defence & Space 340 zusätzliche OneWeb-Satelliten bestellt. Zusammen mit den bereits im Dezember 2024 georderten 100 Einheiten summiert sich das Auftragsvolumen auf 440 neue LEO-Satelliten. Die Fertigung läuft im Airbus-Werk in Toulouse, erste Auslieferungen sind für Ende 2026 geplant.
Die neuen Satelliten ersetzen ältere OneWeb-Einheiten aus den Jahren 2019 und 2020, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Technisch bringen sie deutliche Verbesserungen mit:
- Fortschrittliche digitale Channeliser für verbesserte Bordverarbeitung
- Höhere Effizienz und Flexibilität im Betrieb
- Möglichkeit für „Hosted Payloads“ – insbesondere militärische Nutzlasten
- Optimierte Architektur für maximale Langzeit-Performance
Eutelsat verhandelt bereits mit mehreren europäischen Verteidigungsministerien über dedizierte Nutzlasten auf den neuen Satelliten.
MaiaSpace übernimmt die Hälfte der Starts
Parallel zum Satellitenauftrag hat Eutelsat einen Multi-Launch-Vertrag mit MaiaSpace geschlossen. Das Ariane-Tochterunternehmen übernimmt ab 2027 rund zehn Starts – das entspricht 50 Prozent des geplanten Launch-Volumens bis 2029.
MaiaSpace entwickelt Europas ersten wiederverwendbaren Mini-Launcher mit einer Nutzlastkapazität von bis zu vier Tonnen in niedrige Erdumlaufbahnen. Die 3,5-Meter-Nutzlastverkleidung ist speziell auf Konstellations-Deployments ausgelegt.
Für die verbleibenden Starts könnte Eutelsat auf SpaceX zurückgreifen – deren Falcon 9 kann 45 OneWeb-Satelliten pro Flug transportieren. Zudem besteht seit 2017 ein Vertrag mit Blue Origin für einen New-Glenn-Start, der 2027 für OneWeb-Satelliten genutzt werden könnte.
Französischer Staat steigt massiv ein
Die Finanzierung steht. Eutelsat hat Ende 2025 insgesamt 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital aufgenommen. Der französische Staat erhöhte dabei seine Beteiligung auf 29,65 Prozent und ist nun größter Einzelaktionär.
Parallel ist Eutelsat Teil des SpaceRISE-Konsortiums, das den EU-Auftrag für IRIS 2 erhalten hat. Das hochsichere europäische Satellitensystem umfasst 272 Satelliten in LEO und 18 in MEO mit Laser-basierter Kommunikation. Die Konzessionslaufzeit beträgt 12 Jahre.
Ambitionierte Wachstumsziele
Eutelsat prognostiziert ein LEO-Umsatzwachstum von rund 50 Prozent – möglicherweise mehr – im Verlauf der Jahre 2026 und 2027. Das Gesamtumsatzziel liegt bei 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2028/29. Die Aktie notiert aktuell bei 2,55 Euro. Das durchschnittliche Analystenpreisziel liegt bei 2,69 Euro, wobei die Spanne von 1,40 bis 5,22 Euro reicht.
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