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Eutelsat Aktie: Milliarden-Offensive im Orbit

Amazon kauft Globalstar und wird mit 'Amazon Leo' zum zweiten Giganten im Orbit. Eutelsat setzt auf europäische Identität und B2B-Fokus, um im Schatten der Konzerne zu bestehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Amazon übernimmt Globalstar für 11,57 Milliarden Dollar
  • Eutelsat profitiert von starker B2B-Nachfrage und Wachstum
  • Europäische Strategie als Schutzschild gegen US-Konzerne
  • Aktie legt seit Jahresbeginn deutlich zu

Amazon greift nach den Sternen und verändert den Markt für Satelliten-Internet grundlegend. Der US-Konzern kauft Globalstar für 11,57 Milliarden US-Dollar. Damit entsteht neben SpaceX ein zweiter Gigant im Orbit. Für den europäischen Konkurrenten Eutelsat wächst der Druck. Die Börse honoriert aktuell jedoch die allgemeine Fantasie im Sektor. Das Papier klettert heute um 4,61 Prozent auf 2,61 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von knapp 46 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der neue Rivale „Amazon Leo“

Der Zukauf liefert Amazon sofortigen Zugang zu wertvollen Funkfrequenzen. Der Konzern beerdigt den Namen „Project Kuiper“ und tritt künftig als „Amazon Leo“ auf. Parallel dazu sichert ein Deal mit Apple die Anbindung für kommende iPhones. Bis Juli will Amazon 700 Satelliten im All haben. Damit würde der US-Konzern die Flotte von Eutelsat OneWeb überholen. OneWeb betreibt aktuell gut 600 Satelliten. Die Folge: Der Markt bewegt sich rasant auf ein Duopol aus Big-Tech-Konzernen zu.

Europas strategische Antwort

Eutelsat setzt auf seine europäische Identität als Schutzschild. Das Management positioniert sich als strategisches Juwel für Regierungen. Viele staatliche Kunden meiden US-Anbieter bewusst. Diese Ausrichtung zahlt sich aus. Kürzlich sicherte sich das Unternehmen 975 Millionen Euro an staatlichen Exportkrediten. Zuvor sammelte Eutelsat 1,5 Milliarden Euro von Kernaktionären und dem französischen Staat ein.

Ein neuer Vertrag mit Clear Blue Technologies untermauert diese Strategie. Im Rahmen des „Sunrise“-Projekts der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) integriert Eutelsat neue Stromversorgungslösungen in sein LEO-Netzwerk. Das System liefert künftig ausfallsicheres Internet für kritische Sicherheitsinfrastruktur in Schwellenländern. Amazon kann diese enge europäische Anbindung als US-Unternehmen kaum kopieren.

Starkes Wachstum im B2B-Geschäft

Finanziell steht die LEO-Sparte auf einem soliden Fundament. Die OneWeb-Umsätze sprangen im ersten Halbjahr um 60 Prozent nach oben. Bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 peilt Eutelsat hier Erlöse von über 1,5 Milliarden Euro an. Das LEO-Geschäft soll Rückgänge in anderen Bereichen komplett auffangen. Experten erwarten, dass sich die B2B-Nachfrage nach LEO-Kapazitäten bis zum Ende des Jahrzehnts verfünffacht.

Die Übernahme durch Amazon muss erst die strengen Kartellbehörden in den USA und der EU passieren. Bis zum geplanten Abschluss 2027 profitiert Eutelsat von seinem klaren B2B-Fokus. Während Starlink und Amazon um Endverbraucher kämpfen, verkauft OneWeb seine Kapazitäten an Integratoren. Diese strikte Trennung der Zielgruppen sichert Eutelsat vorerst eine lukrative Nische im Schatten der Giganten.

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