Eutelsat baut sein Netz an Startpartnern weiter aus. CEO Jean-François Fallacher bestätigte Gespräche mit der indischen Weltraumbehörde ISRO über künftige Satellitenstarts — ein Schritt, der die Abhängigkeit von SpaceX und Ariane-Raketen weiter verringern soll.
Warum Indien strategisch passt
Der Hintergrund ist bekannt: Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine verlor Eutelsat den Zugang zur Sojus-Rakete und musste seine Startoptionen neu ordnen. Neben SpaceX und dem europäischen Ariane-Programm hat das Unternehmen bereits einen Vertrag mit dem französischen Startup MaiaSpace unterzeichnet. ISRO wäre eine weitere Säule in dieser Diversifizierungsstrategie.
Die Verbindung zu Indien ist dabei nicht neu. Nach der Fusion mit OneWeb im Jahr 2023 — das Unternehmen war zuvor von Indiens Bharti Enterprises gerettet worden — hatte ISRO bereits 72 OneWeb-Satelliten mit seiner LVM3-Rakete gestartet. Die LVM3 gilt mit geschätzten 55 bis 60 Millionen US-Dollar pro Start als deutlich günstigere Alternative zu westlichen Wettbewerbern. Fallacher reiste im Februar im Rahmen der Delegation von Präsident Macron nach Neu-Delhi, wo er den indischen Telekommunikationsminister traf.
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LEO-Wachstum braucht günstige Starts
Der Kostenaspekt ist nicht trivial. Eutelsat lässt derzeit 440 neue Satelliten bei Airbus bauen — ein Programm, das bis 2030 rund 2 Milliarden Euro kosten soll. Starts machen typischerweise 30 bis 40 Prozent der Gesamtprogrammkosten aus. Günstigere Startoptionen hätten also spürbaren Einfluss auf die Kalkulation.
Das LEO-Segment, das diese Expansion antreibt, wächst kräftig: Im ersten Halbjahr 2025/26 stiegen die LEO-Umsätze um knapp 60 Prozent auf 110,5 Millionen Euro und machen mittlerweile rund 20 Prozent der Konzernerlöse aus. Für das Gesamtjahr peilt Eutelsat ein LEO-Umsatzwachstum von rund 50 Prozent an.
Finanziell ist das Unternehmen nach einer Refinanzierung von 5 Milliarden Euro bis 2031 abgesichert — der französische Staat ist seitdem größter Anteilseigner. Eine Einigung mit ISRO steht noch aus, aber die Richtung ist klar: Eutelsat will seine Startkapazitäten breit aufstellen, bevor der Ausbau auf über 1.000 Satelliten volle Fahrt aufnimmt.
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