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Eutelsat Aktie: Berenberg stuft auf Halten ein

Eutelsat gewinnt 1,6 Prozent, erhält von Berenberg ein Halten-Votum und profitiert von Projekten wie IRIS² sowie neuen TV-Verträgen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berenberg startet Eutelsat-Bewertung mit Halten
  • Kursziel liegt bei zwei Euro
  • OHB erhält Milliardenauftrag für 18 Satelliten
  • Neue TV-Partnerschaft für Lateinamerika

Nach einer Phase deutlicher Kursverluste hat die Aktie des Satellitenbetreibers Eutelsat am gestrigen Mittwoch eine leichte Erholung verzeichnet. Das Wertpapier schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 1,79 Euro. Unterstützung erhielt der Kurs unter anderem durch eine neue Einschätzung der Privatbank Berenberg, die die Beobachtung des Wertes wieder aufgenommen hat.

Berenberg stuft Eutelsat auf „Halten“ ein

Die Analysten von Berenberg haben die Coverage für europäische und US-amerikanische Weltraumaktien gestartet. Für Eutelsat vergab das Bankhaus die Einstufung „Conserver“ (Halten) und setzte ein Kursziel von 2 Euro fest. Damit sehen die Experten zwar ein begrenztes Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau, mahnen jedoch zur Zurückhaltung. Im Vergleich zu anderen Werten des Sektors, für die Berenberg teilweise deutliche Kaufempfehlungen aussprach, bleibt die Einschätzung für den französischen Konzern neutral.

Die jüngste Aufwärtsbewegung folgt auf einen massiven Abverkauf in den vergangenen Monaten. Medienberichten zufolge hatte das Papier innerhalb eines Dreimonatszeitraums zeitweise mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Am gestrigen Handelstag konnte sich der Kurs jedoch von seinem Tagestief bei 1,68 Euro lösen und oberhalb der Marke von 1,75 Euro etablieren.

Fortschritte beim europäischen Großprojekt IRIS²

Ein wesentlicher Treiber für die langfristige Perspektive des Unternehmens ist die Beteiligung am europäischen Satellitenprogramm IRIS². Dieses Projekt zielt darauf ab, eine souveräne europäische Kommunikationsinfrastruktur im All aufzubauen, um die strategische Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu verringern. Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, hat das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB einen Auftrag im Wert von einer Milliarde Euro für den Bau von 18 Satelliten erhalten, die Teil dieses Netzwerks werden sollen.

Das IRIS²-System soll nach derzeitigem Planungsstand insgesamt 348 Satelliten umfassen, davon 330 in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) und 18 in einer mittleren Umlaufbahn (MEO). Eutelsat ist über das SpaceRISE-Konsortium als Partner an der Entwicklung beteiligt.

Die ersten Starts der Satelliten sind für das Jahr 2029 vorgesehen. Im Gegensatz zu kommerziellen Breitbanddiensten liegt der Fokus von IRIS² primär auf Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und staatliche Kommunikation.

Ausbau der TV-Distribution in Lateinamerika

Neben den technologischen Großprojekten meldet Eutelsat operative Erfolge im Kerngeschäft der TV-Übertragung. Das Unternehmen hat eine mehrjährige Partnerschaft mit der iKO Media Group und dem Medienhaus Atresmedia geschlossen. Ziel dieser Kooperation ist die Verteilung von drei spanischsprachigen Fernsehsendern in Lateinamerika.

Dabei handelt es sich um die Kanäle Atrescine, Atreseries Internacional und ¡HOLA! TV. Die Ausstrahlung erfolgt über den Satelliten Eutelsat 117 West A, der eine hybride Verteilung über Satellit und Internetprotokoll (IP) ermöglicht. Dieser Vertrag, der am Dienstag angekündigt wurde, unterstreicht die weiterhin bestehende Relevanz klassischer Satellitenkapazitäten für die Medienversorgung in Überseegebieten.

Charttechnische Hürden und Jahrestrend

Trotz der gestrigen Kursgewinne bleibt die charttechnische Lage für Eutelsat-Anleger herausfordernd. Die Aktie notiert derzeit deutlich unter wichtigen Trendlinien. So liegt der Kurs etwa 17 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 2,14 Euro verläuft. Seit Beginn des Jahres weist das Papier eine positive Entwicklung von 4,9 Prozent auf, was jedoch die starken Schwankungen der vergangenen Monate nur teilweise relativiert.

Das Marktumfeld für Weltraumwerte ist derzeit von einer hohen Dynamik geprägt. Während Branchenexperten wie ESA-Direktor Josef Aschbacher betonen, dass Europa bemannte Raumfahrt zu vernünftigen Kosten entwickeln kann, konzentriert sich Eutelsat vorerst auf die Konsolidierung seines Geschäftsmodells und die Integration in paneuropäische Infrastrukturprojekte.

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Diskussion zu Eutelsat

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.