Eutelsat meldet operative Erfolge. Die Börse reagiert mit einem massiven Abverkauf. Am Freitag stürzte das Papier um 7,4 Prozent auf 2,88 Euro ab. Damit lösten sich die Gewinne vom Vortag komplett in Luft auf.
Angriff im hohen Norden
Dabei liefert das operative Geschäft durchaus gute Argumente. Der Satellitenbetreiber hat eine neue Partnerschaft mit dem finnischen Infrastrukturanbieter Voimatel geschlossen. Ziel ist die Anbindung der arktischen Regionen über das OneWeb-Netzwerk.
Voimatel vertreibt bereits Starlink-Lösungen von SpaceX für Geschäftskunden. Die Entscheidung für Eutelsat werten Marktbeobachter als direktes Signal an die amerikanische Konkurrenz. Das finnische Unternehmen will die Satellitenverbindungen künftig in seine eigenen Netzwerke integrieren.
Zwei Welten in einer Bilanz
Finanziell steht der Konzern an einem Wendepunkt. Das Konnektivitätsgeschäft wächst rasant. Im dritten Quartal stiegen die Einnahmen in diesem Bereich auf rund 156 Millionen Euro. Der LEO-Bereich legte dabei um starke 65 Prozent zu.
Parallel dazu schrumpft das klassische TV-Geschäft. Die Video-Umsätze fielen um über 13 Prozent auf 128 Millionen Euro. Sanktionen gegen russische Sender und gekündigte Satellitenverträge belasten die Sparte schwer. Die Transformation kostet Geld. Die Folge: Profitabilität bleibt kurzfristig schwer erreichbar.
Volatilität bleibt hoch
Die Nervosität der Anleger spiegelt sich im Kursverlauf wider. Mit einer jährlichen Schwankungsbreite von über 105 Prozent bleibt das Papier extrem schwankungsanfällig. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 61 Prozent auf der Anzeigetafel.
Das Management hält derweil am Kurs fest. Die Jahresziele bleiben bestehen. Eutelsat plant weiterhin mit Investitionen von rund 900 Millionen Euro für den Netzausbau. Im August legt der Vorstand die finalen Jahreszahlen vor.
