Eutelsat hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Der Satellitenbetreiber schloss am Freitag bei 2,80 Euro — genau auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer wochenlangen Erholung, die den Kurs seit Jahresbeginn um mehr als 56 Prozent nach oben getrieben hat.
Technische Wende nach dem Absturz
Noch im Dezember 2025 notierte die Aktie bei 1,65 Euro — dem 52-Wochen-Tief. Seitdem hat sich der Kurs fast verdoppelt. Den stärksten Schub lieferten zwei Handelstage: Am Dienstag, dem 14. April, stieg die Aktie um gut fünf Prozent. Zwei Tage später folgte ein weiteres Plus von knapp acht Prozent.
Das Wochenplus beläuft sich auf rund 24 Prozent. Damit testet Eutelsat nun erstmals seit Langem wieder den 200-Tage-Durchschnitt bei 2,80 Euro — eine Marke, die Chartanalysten als Trennlinie zwischen mittelfristigem Aufwärts- und Abwärtstrend werten.
Refinanzierung abgeschlossen, LEO wächst
Hinter der Kursbewegung steckt mehr als Technik. Eutelsat hat im März 2026 eine umfangreiche Refinanzierung abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte Senior Notes im Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Das Kapital fließt in den Ausbau der LEO-Satellitenkonstellation, die aus der Fusion mit OneWeb entstanden ist.
Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 zeigen, wie wichtig dieses Segment geworden ist. LEO-Erlöse erreichten 111 Millionen Euro — rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes — und wuchsen auf vergleichbarer Basis um fast 60 Prozent. Das traditionelle Videogeschäft schrumpfte im gleichen Zeitraum um 12,3 Prozent.
Positiv fällt die Schuldenentwicklung auf. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA sank von 3,92x auf 2,00x. Das ist eine deutliche Entlastung der Bilanz.
Was am 12. Mai zählt
Trotz der Erholung bleibt Eutelsat rund 38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,55 Euro. Der RSI liegt bei 24 — technisch im überverkauften Bereich, was die jüngste Gegenbewegung erklärt, aber auch zeigt, wie tief der vorherige Absturz war.
Am 12. Mai 2026 veröffentlicht Eutelsat die Drittquartalsumsätze für das laufende Geschäftsjahr. Dann wird sich zeigen, ob das LEO-Segment weiter zulegt und ob die Konnektivitätssparte das Wachstum trägt — oder ob die Videoschwäche die Gesamtrechnung verhagelt. Dieser Bericht dürfte entscheiden, ob der Kursanstieg fundamentale Substanz hat.
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