Die Wirtschaft im Euroraum trotzt den gestiegenen Energiepreisen und beschleunigt ihr Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone kletterte im September auf 53,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2023. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Rückgang auf 51,5 bis 51,7 Zähler gerechnet.
Werte über der Marke von 50 Punkten signalisieren ein wirtschaftliches Wachstum. Getragen wird der aktuelle Aufschwung vor allem vom Dienstleistungssektor, dessen Stimmungsbarometer kräftig auf 53,0 Punkte zulegte. Die Industrie hielt ihr Niveau derweil stabil bei 52,7 Zählern.
Dienstleister treiben die Erholung an
Besonders deutlich zeigte sich die Belebung im Dienstleistungsbereich der beiden größten Volkswirtschaften. In Deutschland kletterte der entsprechende Teilindex von zuvor 49,7 Punkten zurück in den Wachstumsbereich auf 52,9 Zähler. Frankreich verzeichnete bei den Dienstleistungen ebenfalls einen spürbaren Anstieg auf 51,4 Punkte.
In den Industriebetrieben beider Länder gab es dagegen leichte Dämpfer. Der deutsche Industrieindex gab auf 53,8 Punkte nach, behauptet sich aber weiterhin solide in der Expansionszone. Für Frankreich notiert die Industrie mit 50,3 Punkten nur noch knapp über der Wachstumsschwelle.
Zunehmender Kostendruck durch Energiepreise
Parallel zur anziehenden Wirtschaftsaktivität zieht allerdings auch der Preisdruck wieder an. Die Ein- und Verkaufspreise der Unternehmen stiegen im September schneller als in den drei Monaten zuvor. Das Kostenplus fiel damit kräftiger aus als im bisherigen Jahresschnitt, blieb jedoch unter dem Höchststand vom Mai.
Verantwortlich für diesen Anstieg sind vor allem höhere Energiekosten infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten. Dennoch erweist sich der konjunkturelle Aufwärtstrend bisher als widerstandsfähig.
Für den Beginn des vierten Quartals signalisieren die aktuellen Daten eine anhaltende Dynamik im Euroraum. Das Zusammenspiel aus robuster Nachfrage im Dienstleistungssektor und wieder aufflammendem Kostendruck dürfte die Debatte über den weiteren geldpolitischen Kurs im Herbst maßgeblich bestimmen.
