Grönlands Regierung hat grünes Licht gegeben — und damit eine der strategisch bedeutsamsten Rohstoffentscheidungen des Jahres besiegelt. Die offizielle Genehmigung für den Transfer von 50,5 Prozent am Tanbreez-Projekt an Critical Metals Corp erhöht deren Gesamtanteil auf 92,5 Prozent. European Lithium hält direkt noch 7,5 Prozent am Projekt — und 37,5 Prozent an Critical Metals Corp selbst, die an der NASDAQ notiert ist.
Warum Tanbreez so besonders ist
Das Projekt im Süden Grönlands enthält schätzungsweise 4,7 Milliarden Tonnen Gestein. Entscheidend ist die Zusammensetzung: Alle acht kritischen schweren Seltenen Erden sind vertreten, darunter Dysprosium und Terbium. Beide Elemente sind unverzichtbar für Elektromotoren und Militärtechnik.
China kontrolliert derzeit rund 70 Prozent der globalen Förderung und 90 Prozent der Verarbeitungskapazitäten. Tanbreez ist damit kein reines Bergbauprojekt — es ist ein geopolitisches Argument. Das Management von Critical Metals Corp bezeichnete die Genehmigung als entscheidenden Schritt für die Versorgungssicherheit des Westens.
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Zeitplan und Finanzierung
Die Pilotanlage im grönländischen Qaqortoq soll im Mai 2026 den Betrieb aufnehmen. Sie ist Teil eines 30-Millionen-Dollar-Programms für Bohrungen und Infrastruktur. Bohrungen in „Area B“ lieferten 2025 Abschnitte von bis zu 132 Metern mit 0,46 Prozent Gesamtgehalt an Seltenen Erden. Das „Fjord Deposit“ zeigte 55,5 Meter ab nur zwei Metern Tiefe.
Die Finanzierungsseite nimmt ebenfalls Gestalt an. Die US-Exportkreditbehörde EXIM Bank hat eine Absichtserklärung über bis zu 120 Millionen Dollar unterzeichnet. Hinzu kommt ein milliardenschweres Joint-Venture-Arrangement von 1,5 Milliarden Dollar. Die IEA prognostiziert bis 2030 einen Nachfrageanstieg bei magnetrelevanten Seltenen Erden von mehr als 30 Prozent.
Das Projekt befindet sich noch in der Machbarkeitsstudie. Eine Bewertung aus März 2025 beziffert den Wert auf rund 3 Milliarden Dollar. Bis Förderverträge und institutionelle Investoren folgen, muss das Unternehmen die typischen Hürden arktischer Großprojekte überwinden: komplexe Genehmigungsverfahren, hohe Entwicklungskosten, logistische Unwägbarkeiten. Die Eigentumsstruktur steht. Jetzt beginnt der schwierigere Teil.
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