European Lithium hat die finanzielle Lücke für die geplante Fusion geschlossen. Der Aktienmarkt reagierte darauf mit fallenden Kursen. Nun schaltet sich auch noch die australische Börsenaufsicht ein.
Um die Kasse aufzufüllen, verkaufte das Management Anteile an Critical Metals. Das brachte 45 Millionen Australische Dollar ein. Die Barreserven steigen damit auf komfortable 356 Millionen Dollar. Das reicht locker für die geforderte Mindestsumme der Fusionspläne. Die Anleger reagierten dennoch abweisend. Die Aktie gab auf Wochensicht spürbar nach und schloss bei 0,42 Dollar.
Börsenaufsicht prüft die Bücher
Die australische Börsenaufsicht ASX erhöht den Druck. Sie hat eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Es geht um mögliche Verstöße gegen die Publizitätspflichten. Das Unternehmen schweigt bisher zu den Vorwürfen. Ein weiteres Problem ist die Führungsstruktur. Tony Sage leitet Critical Metals als CEO und sitzt bei European Lithium als Chairman im Vorstand.
Die Folge: Ein unabhängiges Komitee muss den Deal nun für die Minderheitsaktionäre prüfen. Die Zeit drängt. Die erste Frist für einen bindenden Fusionsvertrag verstrich Anfang Mai ergebnislos. Beide Seiten peilen nun Mitte 2026 für die Unterzeichnung an.
Hängepartie in Grönland
Abseits der Fusionsgespräche hakt es im operativen Geschäft. In Grönland fehlt eine wichtige Betriebsgenehmigung für die geplante Pilotanlage. Ohne dieses Papier fällt die für Juni geplante Probenentnahme ins Wasser.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Pläne in Saudi-Arabien voran. Dort soll eine Raffinerie künftig Lithium aus dem österreichischen Wolfsberg-Projekt verarbeiten.
Blick auf die Struktur
Der geplante Zusammenschluss bewertet das neue Konstrukt mit rund 835 Millionen US-Dollar. Aktionäre von European Lithium sollen für jedes eigene Papier 0,035 Aktien von Critical Metals erhalten. Einige Großinvestoren haben sich bereits verabschiedet. Morgan Stanley verkaufte seine Anteile Ende April komplett.
Die langfristige Kursentwicklung bleibt trotz der aktuellen Schwäche stark. Auf Jahressicht steht ein Plus von 200 Prozent auf der Anzeigetafel. Im dritten Quartal stimmen die Aktionäre über die Fusion ab. Bis dahin muss das Management den bindenden Vertrag vorlegen und die Zweifel der Aufsichtsbehörden ausräumen.
