European Lithium steuert auf den nächsten Meilenstein seiner Übernahme durch Critical Metals Corp zu. Die zuständigen Gesellschaften haben Anfang Juli eine Änderungsvereinbarung zur bestehenden Scheme Implementation Deed unterzeichnet, die einzelne Umsetzungsmechanismen anpasst, ohne die kommerziellen Kernbedingungen der Transaktion zu verändern. Für Anleger bedeutet das: Der eingeschlagene Fusionspfad bleibt bestehen, nur der organisatorische Rahmen wird nachgeschärft.
Sale Facility für Kleinaktionäre und neuer Zeitplan
Kern der Anpassung ist eine sogenannte Sale Facility für Kleinanleger. European-Lithium-Aktionäre und Inhaber gelisteter Optionen mit einem Bestand von 50.000 Stück oder weniger können daran teilnehmen: Ein bestellter Verkaufsagent veräußert die ihnen zustehenden Critical-Metals-Aktien am Markt, die Betroffenen erhalten stattdessen den Nettoerlös in bar. Das erspart kleineren Depotinhabern den Umweg über ein US-Aktiendepot.
Laut Mitteilung der beiden Unternehmen soll das Scheme Booklet, das auch den Bericht eines unabhängigen Gutachters enthält, Ende Juli oder Anfang August 2026 an Aktionäre und Optionsinhaber versendet werden – es bildet die Grundlage für die nach australischem Recht erforderlichen Zustimmungen.
Bereits Mitte Juni hatte European Lithium mitgeteilt, die Vorbereitung des Dokuments sei „weit fortgeschritten“, die Scheme Meetings seien für Ende August angesetzt. Die vollständige Umsetzung der Transaktion wird nun für September 2026 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Optionsinhabern sowie der gerichtlichen und regulatorischen Freigaben.
Die Grundzüge des Deals reichen bis Mitte Mai zurück: Damals unterzeichneten Critical Metals und European Lithium die bindende Scheme Implementation Deed, nach der Critical Metals sämtliche ausstehenden Aktien und gelisteten Optionen von European Lithium im Rahmen zweier voneinander abhängiger Schemes of Arrangement übernimmt.
Je gehaltener European-Lithium-Aktie erhalten die Anteilseigner 0,035 Aktien von Critical Metals. Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent der ausstehenden Anteile am fusionierten Unternehmen halten.
Als Bedingung für den Vollzug muss European Lithium unter anderem mindestens 330 Millionen australische Dollar an Netto-Cash und liquiden Mitteln vorhalten, zudem müssen Löschungsvereinbarungen für nicht gelistete Optionen und ZEPOs unterzeichnet sein.
Bilanz zeigt Effekt der Entkonsolidierung
Einen Blick auf die wirtschaftliche Substanz hinter dem Deal liefert die Halbjahresbilanz zum 31. Dezember 2025: European Lithium wies einen Nettogewinn nach Steuern von 1,15 Milliarden Dollar aus, nach einem Verlust von 26,3 Millionen Dollar in der Vorjahresperiode.
Der Sprung geht auf einen buchhalterischen Effekt zurück – einen Gewinn von 1,28 Milliarden Dollar aus der Entkonsolidierung von Critical Metals Corp. Durch den Wechsel zur Equity-Methode für den verbleibenden Anteil von 43,66 Prozent wird die Beteiligung nun als Finanzinvestition bilanziert; zum Stand März 2026 war sie mit rund 424 Millionen US-Dollar bewertet.
Kursreaktion: Erholung, aber unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse hat sich das Papier zuletzt gefangen. Die Aktie notiert aktuell bei 0,1912 Euro und legt am heutigen Montag um 0,63 Prozent zu, nach einem Freitagsschluss bei 0,1900 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 10,14 Prozent, was den jüngsten Fusionsfortschritten zumindest kurzfristig Rückenwind verleiht.
Der mittelfristige Trend bleibt jedoch gedämpft: Zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,2167 Euro fehlen der Aktie noch 11,77 Prozent nach oben – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den zuvor verlorenen Boden noch nicht vollständig zurückgeholt hat.
Die weitere Kursentwicklung dürfte in den kommenden Wochen eng an den Fahrplan des Zusammenschlusses gekoppelt bleiben, insbesondere an die Versendung des Scheme Booklets und die für Ende August angesetzten Aktionärsversammlungen.
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