European Lithium hat eine wichtige Finanzbedingung für die geplante umgekehrte Übernahme durch Critical Metals erfüllt. Der Markt bleibt trotzdem misstrauisch. Der Grund ist einfach: Liquidität allein reicht nicht, solange der verbindliche Vertrag fehlt und in Grönland eine Betriebsgenehmigung aussteht.
Die Aktie reagierte am Markt deutlich negativ. Am 12. Mai schloss sie 6,5 Prozent tiefer bei 0,43 australischen Dollar. Das ist bemerkenswert, weil European Lithium gerade die zentrale Liquiditätslücke geschlossen hatte.
Liquidität reicht, Vertrag fehlt
European Lithium verkaufte 2,5 Millionen Aktien von Critical Metals für 45 Millionen australische Dollar. Damit stiegen die verfügbaren Mittel auf rund 356 Millionen australische Dollar und lagen über der geforderten Schwelle von 330 Millionen australischen Dollar.
Der Verkauf war einer der wenigen Hebel, die dem Unternehmen offenstanden. Die Exklusivitätsvereinbarung untersagt bis zur Unterzeichnung eines verbindlichen Umsetzungvertrags neue Aktienausgaben oder zusätzliche Schulden. Genau dieser Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben.
Nach Unternehmensangaben hält European Lithium weiterhin 45.536.338 Aktien von Critical Metals. Der aktuelle Marktwert liegt bei etwa 689 Millionen US-Dollar. Weitere Verkäufe sind für mindestens vier Monate nicht geplant.
Abschlag signalisiert Skepsis
Der rechnerische Wert des geplanten Aktientauschs liegt bei rund 0,58 australischen Dollar je European-Lithium-Aktie. Der Abstand zum Börsenkurs zeigt, dass Investoren das Zustandekommen des Deals nicht voll einpreisen.
Die wirtschaftlichen Eckpunkte haben sich bisher nicht verändert. European-Lithium-Aktionäre sollen je Aktie 0,035 Aktien von Critical Metals erhalten; die Transaktion bewertet den Zusammenschluss mit rund 835 Millionen US-Dollar.
Die Abstimmung der Aktionäre ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Der Abschluss soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen, steht aber unter dem Vorbehalt von Gerichts-, Behörden- und Aktionärsgenehmigungen.
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Grönland bleibt der operative Knackpunkt
In Grönland gab es bereits Fortschritte. Die Regierung in Nuuk genehmigte die Übertragung des Anteils am Seltene-Erden-Projekt Tanbreez an Critical Metals, das nun 92,5 Prozent der Lagerstätte hält. Auch der Erwerb von 70 Prozent an 60° North Greenland, der Logistikgesellschaft hinter dem Projekt, erhielt grünes Licht.
Offen bleibt die Betriebsgenehmigung für die Pilotanlage in Qaqortoq. Ohne diese Erlaubnis kann die geplante Großprobe von 150 Tonnen im Juni nicht starten.
Technisch gibt es Rückenwind. Metallurgische Tests in Fremantle zeigten bessere Ergebnisse; die Konzentratgehalte stiegen um rund 40 Prozent auf 2,96 Prozent gesamte Seltene-Erden-Oxide. Damit rückt ein vermarktbares Produkt näher, falls die Genehmigung rechtzeitig kommt.
Finanzierungshoffnung trifft alte Warnzeichen
Die US-Export-Import Bank hat eine unverbindliche Finanzierungsabsicht über 120 Millionen US-Dollar für Tanbreez signalisiert. Critical Metals spricht zudem mit möglichen Abnehmern in den USA, Europa und Saudi-Arabien.
Parallel dazu treibt European Lithium Pläne für die Weiterverarbeitung voran. Hatch soll eine Lithiumhydroxid-Raffinerie in Saudi-Arabien planen, als Gemeinschaftsprojekt mit der Obeikan Investment Group.
Die Bilanz bleibt die Schwachstelle. Wirtschaftsprüfer versahen die Abschlüsse für 2024 und 2025 mit Hinweisen zur Fortführungsfähigkeit, unter anderem wegen negativem Working Capital und anhaltender operativer Verluste. Im Geschäftsjahr 2025 summierten sich diese auf fast 71,5 Millionen australische Dollar.
Der starke Kursanstieg seit Jahresbeginn ändert wenig an der nächsten Etappe: European Lithium braucht den verbindlichen Fusionsvertrag, die Grönland-Genehmigung und Fortschritte beim österreichischen Genehmigungspfad. Erst dann kann der geplante Deal mit Critical Metals belastbar in Richtung Aktionärsvotum laufen.
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