European Lithium hat am Mittwoch eine überarbeitete Fassung der Fusionsvereinbarung mit Critical Metals Corp veröffentlicht. Die zweite Änderung des sogenannten Scheme Implementation Deed betrifft den Kernpunkt der geplanten Übernahme: das Umtauschverhältnis der Aktien.
Feste Quote weicht flexiblem Cap-and-Collar-Modell
Bislang war ein fixes Verhältnis von 0,035 neuen Critical-Metals-Aktien je European-Lithium-Anteil vorgesehen. Dieses wird nun durch eine variable Quote mit Ober- und Untergrenze ersetzt.
Fällt der Aktienkurs von Critical Metals Corp, steigt die Quote und European-Lithium-Aktionäre erhalten mehr Anteile am fusionierten Unternehmen. Steigt der Kurs von Critical Metals dagegen, sinkt die Quote entsprechend – ein Schutzmechanismus für die Aktionäre des US-Unternehmens. Die Obergrenze liegt bei 0,045 neuen Aktien.
Wie das Unternehmen mitteilte, würde die Quote auf Basis des 20-Tage-VWAP von Critical Metals bis zum letzten Nasdaq-Handelstag vor der Ankündigung derzeit bei exakt diesem Höchstwert von 0,045 liegen, da der Referenzkurs unter acht US-Dollar notiert. Für European-Lithium-Aktionäre bedeutet das im aktuellen Kursumfeld die für sie günstigste denkbare Ausgangslage innerhalb des vereinbarten Korridors.
Zeitplan bleibt bestehen
Am Zeitplan der Transaktion ändert sich durch die Anpassung nichts. European Lithium rechnet weiterhin damit, das Scheme Booklet samt Bericht eines unabhängigen Gutachters Anfang September zu versenden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und Optionsinhaber sowie einer gerichtlichen Genehmigung soll die Fusion im Oktober vollzogen werden.
Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt, wie eng die beiden Papiere mittlerweile miteinander verwoben sind. Critical Metals Corp legte innerhalb von zwei Handelstagen von 5,49 auf 6,78 US-Dollar zu, ein Anstieg von rund 23,5 Prozent.
European Lithium folgte dieser Bewegung mit zeitlicher Verzögerung – eine direkte Folge der bevorstehenden Aktientauschtransaktion, bei der der Kurs des Übernehmers unmittelbar auf den Wert der European-Lithium-Aktien durchschlägt.
Kursreaktion spiegelt die verbesserten Konditionen
Am Freitag reagierte die Aktie mit einem kräftigen Kurssprung von 15 Prozent auf 0,2220 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 23 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage sind es 22 Prozent.
Der Titel notiert damit rund 8,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2041 Euro, bleibt aber noch etwa 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde.
Für Anleger bleibt die Aktie damit in erster Linie eine Wette auf den erfolgreichen Abschluss der Fusion mit Critical Metals Corp. Die überarbeiteten Konditionen verringern das Risiko eines für European-Lithium-Aktionäre ungünstigen Umtauschverhältnisses, sollte der Kurs des US-Partners bis zum Vollzug im Oktober weiter schwanken.
Die im Vergleich zur Vorversion asymmetrische Risikoverteilung – Schutz nach unten für EUR-Aktionäre, Deckelung nach oben zugunsten von CRML – dürfte die derzeit hohe Volatilität des Papiers in den kommenden Wochen weiter befeuern, bis die Details im Scheme Booklet final vorliegen.
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