137 Prozent Prämie auf den letzten ungestörten Schlusskurs — mit dieser Zahl versucht Critical Metals Corp., die Aktionäre von European Lithium für eine vollständige Übernahme zu gewinnen. Am 18. Mai 2026 unterzeichneten beide Unternehmen einen bindenden Scheme Implementation Deed nach australischem Recht. Der Deal ist komplex, die Interessenlage nicht ungetrübt.
Reine Aktientransaktion mit Nasdaq-Anschluss
Die Transaktion ist als reiner Aktientausch strukturiert. Für jede European-Lithium-Aktie erhalten Aktionäre 0,035 neue CRML-Aktien — entweder direkt oder als ASX-gelistete CDIs. Das impliziert einen Wert von 0,58 australischen Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von 113 Prozent auf den 20-Tage-VWAP entspricht. Optionsinhaber werden auf Basis des inneren Werts ihrer Optionen abgefunden, ohne die Ausübungskosten selbst tragen zu müssen.
Das unabhängige Boardkomitee von European Lithium empfiehlt die Annahme — unter dem Vorbehalt, dass kein besseres Angebot eingeht und ein unabhängiger Gutachter die Transaktion als vorteilhaft einstuft.
Tanbreez als strategischer Kern
Hinter dem Deal steckt eine klare industrielle Logik. European Lithium hält 7,5 Prozent am Tanbreez-Seltenerd-Projekt in Grönland. Nach Abschluss der Transaktion würde Critical Metals 100 Prozent von Tanbreez konsolidieren — was Eigentümerstruktur, Entscheidungswege und Finanzierungsstrategie vereinfacht. Kombiniert mit dem Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich entstünde ein Portfolio aus zwei strategischen Rohstoffen in zwei Ländern.
Die Bilanz wäre solide: European Lithium verfügt über rund 306 Millionen australische Dollar an liquiden Mitteln, Critical Metals über rund 124 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen börsennotierten Wertpapiere im Wert von etwa 18 Millionen US-Dollar.
Zwei Schatten über dem Verfahren
Das Governance-Risiko ist real. Tony Sage fungiert gleichzeitig als Executive Chairman von European Lithium und als CEO von Critical Metals — eine Doppelrolle, die Minderheitsaktionäre skeptisch macht. Ein unabhängiges Komitee prüft die Transaktion in ihrem Namen.
Obendrein läuft eine formelle Untersuchung der australischen Börse ASX: European Lithium soll Meldepflichten verletzt haben, weil Medienberichte über die Fusion kursierten, bevor die offizielle Ankündigung erfolgte. Das Unternehmen verteidigt sein Vorgehen mit dem Argument, die Verhandlungen seien erst mit Unterzeichnung einer unverbindlichen Absichtserklärung Ende April wesentlich geworden.
Wolfsberg belastet die Bewertung zusätzlich. Ein österreichisches Bundesverwaltungsgericht hob eine zentrale Umweltgenehmigung für das Lithiumprojekt in Kärnten auf und ordnete eine Neubewertung an. Die finale Investitionsentscheidung verschiebt sich damit auf frühestens Ende 2026. Der Abbaulizenz läuft bis Anfang 2028, der Liefervertrag mit BMW bleibt unberührt — der Zeitdruck wächst dennoch.
Aktionärsvotum im Spätsommer erwartet
Das Scheme Booklet soll im Juli oder August 2026 verschickt werden, die Aktionärsversammlungen sind für August oder September geplant. Stimmen Aktionäre, Optionsinhaber und ein australisches Gericht zu, könnte der Deal noch im zweiten Halbjahr 2026 vollzogen werden. Bis dahin bleibt die ASX-Untersuchung ein offener Unsicherheitsfaktor — mit direktem Einfluss auf den Zeitplan.
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