European Lithium hat für das am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 1.145,7 Millionen australischen Dollar ausgewiesen – nach einem Verlust von 26,3 Millionen australischen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Sprung geht auf einen buchhalterischen Sondereffekt zurück: Das Unternehmen musste seine Beteiligung an Critical Metals Corp neu bewerten, nachdem die Beteiligungsquote unter die Konsolidierungsschwelle gefallen war.
Entkonsolidierung als Auslöser
Weil European Lithium die Kontrolle über Critical Metals Corp verloren hat, wird die verbleibende Beteiligung von 43,66 Prozent nun nach der Equity-Methode bilanziert statt konsolidiert. Aus diesem Wechsel resultierte ein Buchgewinn aus der Entkonsolidierung von 1.275,5 Millionen australischen Dollar.
Gegengerechnet wurden Verluste aus dem Anteil an assoziierten Unternehmen, vor allem aus Critical Metals Corp selbst, in Höhe von 74,3 Millionen australischen Dollar. Das Ergebnis je Aktie kletterte von minus 1,87 Cent auf plus 74,50 Cent. Zum Bilanzstichtag verfügte European Lithium zusammen mit Termineinlagen über liquide Mittel von 198,4 Millionen australischen Dollar.
Für Anleger zählt bei solchen Zahlen weniger der nominale Gewinn als die Frage, was davon operativ trägt. Der Großteil des Ergebnisses ist ein einmaliger Bewertungseffekt, kein wiederkehrender Cashflow. Entscheidend bleibt der Wert der Beteiligung an Critical Metals Corp selbst – und der hängt wiederum vom Fortgang der geplanten Fusion beider Unternehmen ab.
Fusion bestimmt weiterhin das Bild
European Lithium und Critical Metals Corp arbeiten parallel an einem Zusammenschluss, bei dem die australischen Aktionäre und Optionsinhaber künftig rund 41 Prozent am fusionierten Unternehmen halten sollen.
Nach der jüngsten Anpassung der Fusionsvereinbarung vor gut einer Woche können Anteilseigner mit 50.000 oder weniger Aktien beziehungsweise Optionen wählen, ob sie Bargeld statt Aktien am neuen Unternehmen erhalten. Die zuvor vorgesehene Struktur über Depositary Interests wurde zugunsten einer direkten Aktienausgabe gestrichen.
Der nächste verbindliche Termin im Zeitplan ist der 15. September, wenn ein Gericht über die Einberufung separater Versammlungen für Aktionäre und Optionsinhaber Mitte Oktober entscheiden soll. Die vollständige Umsetzung des Zusammenschlusses peilen beide Seiten für Anfang November an, vorbehaltlich der gerichtlichen Zustimmung und der Erfüllung weiterer Bedingungen.
Operatives Geschäft läuft parallel weiter
Abseits der Transaktion treibt European Lithium seine Exploration in Österreich, Irland und Grönland voran. Zudem bemüht sich das Unternehmen weiterhin um Förderrechte in der Ukraine im Zusammenhang mit dem Dobra-Projekt, nachdem eine entsprechende Auktion abgeschlossen wurde. Für das am 30. Juni 2026 endende Quartal hat European Lithium bereits einen Tätigkeitsbericht veröffentlicht.
An der Börse zeigt sich die Erwartungshaltung der Anleger deutlich: Der Kurs notiert mit 0,2265 Euro rund 30 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn 150 Prozent zugelegt.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,3055 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen die Aktie derzeit 26 Prozent. Die hohe Schwankungsbreite von 91 Prozent auf Jahresbasis unterstreicht, wie stark der Kurs an den Fortgang der Fusion und deren Bewertungseffekte gekoppelt bleibt.
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