Ein Kurssprung von 53 Prozent, dann ein rascher Rückfall — und dahinter eine Finanzierungslücke, die den größten Seltene-Erden-Deal des Jahres noch kippen könnte. Für European Lithium läuft die Uhr.
Milliardendeal mit hartem Haken
Critical Metals Corp. hat eine Absichtserklärung unterzeichnet, um alle ausstehenden Aktien von European Lithium in einem reinen Aktientausch zu übernehmen. Der Transaktionswert liegt bei rund 835 Millionen US-Dollar. Je European-Lithium-Aktie erhalten Aktionäre 0,035 Aktien des Nasdaq-notierten Unternehmens.
Das Konstrukt hat einen strategischen Kniff: European Lithiums bestehende 34-prozentige Beteiligung an Critical Metals würde bei Vollzug gestrichen — das reduziert die Verwässerung und vergrößert den Streubesitz des kombinierten Unternehmens.
Der entscheidende Haken liegt woanders. Als Abschlussbedingung muss die Gruppe mindestens 330 Millionen australische Dollar in der Kasse halten. Stand 31. März fehlten dazu noch 24 Millionen australische Dollar. Bis zum 7. Mai — dem Ablauf der Exklusivitätsvereinbarung — darf European Lithium weder Eigenkapital noch Fremdkapital aufnehmen.
Aktienrückkauf verschärft die Lage
Ausgerechnet jetzt läuft ein Rückkaufprogramm, das die Lücke weiter vergrößert. Seit dem 15. April kauft European Lithium bis zu zehn Prozent der ausgegebenen Aktien zurück — zum Gesamtpreis von rund 12,6 Millionen australischen Dollar. Jede zurückgekaufte Aktie wird eingezogen.
Das Programm soll den Abstand zwischen Kurs und innerem Wert schließen. In der aktuellen Situation entzieht es dem Unternehmen jedoch genau das Kapital, das für den Fusionsabschluss benötigt wird.
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Tanbreez: Das Asset hinter dem Deal
Der strategische Kern der Transaktion ist die Tanbreez-Lagerstätte in Grönland. Das Vorkommen enthält schwere Seltene Erden wie Terbium und Dysprosium — unverzichtbar für Hochleistungsmagnete in Elektrofahrzeugen und Verteidigungssystemen. China kontrolliert über 80 Prozent des Weltmarkts für diese Komponenten, westliche Regierungen suchen dringend nach Alternativen.
Die grönländische Regierung hat die Übertragung eines weiteren 50,5-Prozent-Anteils an Tanbreez Mining Greenland an Critical Metals bereits genehmigt, womit das Unternehmen auf 92,5 Prozent kommt. Eine vollständige Fusion mit European Lithium würde die verbleibenden 7,5 Prozent konsolidieren. Die US-amerikanische Export-Import-Bank hat eine Absichtserklärung über bis zu 120 Millionen Dollar Projektfinanzierung unterzeichnet. Erste Erzproduktion ist für Ende 2028 oder Anfang 2029 geplant — abhängig von Genehmigungen.
European Lithiums eigener Beitrag ist das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich, das über eine Machbarkeitsstudie und eine Bergbaulizenz bis Anfang 2028 verfügt. Lokaler Widerstand und fehlende Umweltgenehmigungen verzögern die finale Investitionsentscheidung allerdings bis Ende 2026.
Fünf Tage bis zur Entscheidung
Bis zum 7. Mai wollen beide Seiten die Due Diligence abschließen und einen bindenden Umsetzungsvertrag unterzeichnen. Gelingt das, stimmen die Aktionäre voraussichtlich im dritten Quartal ab — ein positives Ergebnis würde den Abschluss noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 ermöglichen.
Ob die 24-Millionen-Lücke bis dahin geschlossen werden kann, ist offen. Das Exklusivitätsfenster schließt sich in fünf Tagen — und mit ihm womöglich das Zeitfenster für den Deal.
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