Der Euro findet vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed keine klare Richtung. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1545 Dollar und verharrte den Handelstag über in einer engen Spanne. Die Kombination aus steigenden Zinserwartungen in den USA und anhaltenden geopolitischen Spannungen stützt den Dollar und bremst den Euro spürbar aus.
Zinserwartungen treiben den Dollar
Die Blicke der Marktteilnehmer richten sich auf den anstehenden Zinsentscheid der Federal Reserve am Mittwoch. An den Terminmärkten ist eine Erhöhung des Leitzinses inzwischen zu gut 90 Prozent eingepreist. Zuletzt gestiegene Energiepreise verstärken diese Erwartung, da sie die Inflationssorgen der Währungshüter wieder anfachen.
Parallel dazu profitiert die US-Währung von ihrer Rolle als sicherer Hafen. Die Lage im Nahen Osten sorgt weiterhin für Verunsicherung, da eine Entspannung und eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus nicht in Sicht sind. In der Folge legten die Ölpreise erneut zu, was die Nachfrage nach dem Dollar tendenziell stützte.
Dämpfer für die deutsche Konjunktur
Aus Deutschland kamen unterdessen keine stützenden Impulse für den Euro. Die ZEW-Konjunkturerwartungen verbesserten sich im September nur minimal und blieben hinter den durchschnittlichen Prognosen von Volkswirten zurück.
Volkswirte der Deutschen Bank weisen darauf hin, dass die jüngsten Preisanstiege bei Erdgas und Öl in den Umfragedaten noch kaum abgebildet sind. Nachdem sich die deutsche Konjunktur in den ersten Monaten des Jahres widerstandsfähig zeigte, könnten diese Gegenwinde die weitere Erholung vorerst spürbar belasten.
EZB-Referenzkurs und Goldpreis
Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro auf 1,1539 Dollar fest. An den Rohstoffmärkten gab der Goldpreis zeitgleich leicht nach; die Feinunze verbilligte sich um rund 13 Dollar auf 4.285 Dollar.
Mit der Zinsentscheidung der Fed am Mittwochabend steht das richtungsweisende Ereignis der Woche bevor. Bestätigt die Notenbank den erwarteten Zinsschritt und signalisiert anhaltenden Inflationsdruck, bleibt der Zinsvorteil vorerst fest aufseiten des US-Dollar.
