Nach dem Fall unter die Marke von 1,12 Dollar versucht der Euro am Dienstag eine Gegenbewegung, bleibt jedoch fundamental in der Defensive. Zinsfantasien in den USA und politische Risiken in Europa bremsen eine nachhaltige Erholung aus. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1174 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank den Referenzkurs am Montag auf 1,1181 Dollar festgesetzt hatte.
Seit September 2026 hat die europäische Währung gegenüber dem Dollar fast fünf Cent eingebüßt. In der vergangenen Woche fiel der Kurs erstmals seit rund eineinhalb Jahren unter das bisherige Jahrestief.
Zinsvorsprung und Pariser Haushaltsdebatte
Verantwortlich für die Stärke der US-Währung ist vor allem die Zinspolitik der Federal Reserve. Eine Leitzinserhöhung in den USA und die Erwartung weiterer Zinsschritte angesichts anhaltender Inflationsrisiken stützen den Dollar.
Parallel dazu belasten hausgemachte Probleme die Eurozone. An den Märkten wächst die Sorge über die Staatsfinanzen Frankreichs, wo an diesem Dienstag die Beratungen über den Haushalt für das kommende Jahr beginnen. Die fiskalischen Diskussionen in Paris halten den Druck auf die Gemeinschaftswährung aufrecht.
US-Immobilienmarkt bremst das Zinsumfeld
Etwas Entlastung brachten am Nachmittag Signale aus Übersee. Die Verkaufszahlen bestehender Eigenheime in den USA befinden sich seit ihrem Tief Ende 2023 in einer langwierigen Bodenbildungsphase. Marktbeobachter der Landesbank Helaba verweisen darauf, dass das seit März 2026 deutlich gestiegene Renditeniveau die Immobilienfinanzierungen spürbar verteuert und die Nachfrage abermals gedämpft hat.
Sollten die schwächelnden Daten vom US-Häusermarkt die Zinserwartungen für die kommenden US-Notenbanksitzungen dämpfen, könnte dies den Aufwärtsdruck auf den Dollar vorerst begrenzen. Für eine Trendwende beim Euro bedarf es indessen klarer Signale aus den französischen Etatverhandlungen.
