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Symbolbild, KI-generiert

Euro profitiert von Dollar-Schwäche nach US-Zwischenwahlen

Der Euro erholte sich nach dem Wahlausgang in den USA; höhere Inflation stärkt zugleich die Aussicht auf eine EZB-Zinserhöhung im Dezember.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dollar nach Kongresswahl unter Verkaufsdruck
  • Euro erreichte zeitweise 1,1265 Dollar
  • Euroraum-Inflation stieg im Oktober auf 4,0 Prozent
  • Joachim Nagel hält Dezember-Zinsschritt für sehr wahrscheinlich

Die US-Wähler haben die Machtverhältnisse in Washington überraschend gekippt. Nach der Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen geriet der US-Dollar am Mittwoch gegenüber allen wichtigen Währungen unter Verkaufsdruck. Der Euro nutzte die Gunst der Stunde und setzte seine Erholung fort – angetrieben von der politischen Wende in den USA und neuen Zinssignalen aus Europa.

Umschwung im Kongress dämpft Dollar-Optimismus

In einer deutlichen Abrechnung mit der Politik von Präsident Donald Trump übertrugen die Wähler den Demokraten die Kontrolle über beide Parlamentskammern. Der Verlust der republikanischen Mehrheiten im Abgeordnetenhaus und im Senat galt noch vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich. Entsprechend unvorbereitet traf das Resultat die Devisenmärkte.

Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank sieht den Devisenmarkt vom Wahlausgang überrascht und stellt sich kurzfristig auf weitere Kursverluste beim Dollar ein. Ein wesentlicher Grund liegt in den wirtschaftlichen Folgen des Machtwechsels: Die neue Mehrheitslage könnte hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz und den Bau von Rechenzentren ausbremsen. Dieser Investitionsboom bildete in den vergangenen Monaten eine tragende Säule des US-Wachstums und stützte die Währung. Längerfristig dürfte das Ausmaß geringerer Investitionen entscheidend für das Wachstum in den USA werden.

Zinserwartungen stützen die Gemeinschaftswährung

Am Mittwoch kletterte der Euro in der Spitze auf ein Tageshoch von 1,1265 Dollar, nachdem er am Vorabend noch unter 1,12 Dollar gelegen hatte. Im New Yorker Handel notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,1228 Dollar.

Damit setzt sich die Gegenbewegung am Devisenmarkt fort. Am vergangenen Donnerstag war der Euro noch auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gefallen. Neben den US-Nachrichten sorgt die europäische Geldpolitik für Rückenwind.

Im Oktober stieg die Teuerung im Euroraum auf 4,0 Prozent und markierte den höchsten Stand seit über drei Jahren. Der Wert liegt merklich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Dieser Preisanstieg erhöht den Handlungsdruck auf die Währungshüter erheblich. Bundesbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel erklärte dazu, dass eine Zinserhöhung im Dezember sehr wahrscheinlich notwendig sei. Ohne eine deutliche Besserung des Inflationsausblicks führe aus heutiger Sicht kaum ein Weg an diesem Schritt vorbei.

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.