Der Euro hat am Freitagnachmittag wieder nachgegeben und notiert bei 1,1197 US-Dollar. Im morgendlichen Handel war die Gemeinschaftswährung noch bis auf 1,1243 Dollar gestiegen. Dahinter stehen vor allem anhaltende Sorgen um die französische Finanzpolitik sowie gedämpfte Zinserwartungen für den Euroraum.
Belastung durch französische Staatsanleihen
Verantwortlich für die Schwäche ist vor allem die angespannte Lage am Anleihemarkt in Frankreich. Zweifel an der Schuldentragfähigkeit und der politischen Stabilität belasten die Risikoprämien und strahlen auf die gesamte Eurozone ab. Bereits zu Wochenbeginn war der Euro auf 1,1161 Dollar gefallen und markierte damit den tiefsten Stand seit Mai 2025. Volkswirte sehen vorerst keine Anzeichen für eine grundlegende Trendwende.
Gedämpfte Zinserwartungen bei der EZB
Parallel dazu verändern sich die Zinserwartungen. Ein weiterer Zinsschritt durch die Europäische Zentralbank bis zum Jahresende gilt an den Märkten nicht mehr als vollständig ausgemacht. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane signalisierte ein maßvolles Vorgehen bei den künftigen Zinsentscheidungen. Dies bremst den Euro zusätzlich aus, auch wenn die Zinserwartungen an die US-Notenbank zuletzt ebenfalls leicht nachließen.
Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA änderten an diesem Bild wenig. Zwar trübte sich das Konsumklima der Universität Michigan im Oktober infolge der anhaltenden Inflation stärker als prognostiziert ein, insbesondere bei einkommensschwächeren Verbrauchern. Auf das Währungspaar blieben die US-Zahlen am Nachmittag jedoch weitgehend ohne Einfluss. Ausschlaggebend für die Richtung des Euro bleibt vorerst, wie sich die Risikoprämien in Paris und die Zinssignale der Zentralbanken bis zum Jahresende entwickeln.
